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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 372 -
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372 Gießhübel. — Giftschüy, Carl. 1745 bezog er die Universität zu Leipzig und widmete sich mit Eifer den theologischen Wissenschaften, seine freyen Stunden hingegen waren der Dichtkunst geweiht, zu welcher ihn ein unwiderstehlicher Trieb hin- zog. Die Verfasser der bekannten: Bremischen Beytrage wurden bald seine Freunde, und er widmete ihren Blättern manche schöne Blüthe seines Geistes. 1748 verließ er Leipzig, übernahm in Braunschweig und Hannoverdie Erziehung einiger Jünglinge, unter andern auch die desjun- genIerusalem, tragischen Andenkens. 1753 erhielter die Predigersstelle zu Trauten st ein in Blankenburg, wurde nach I. A. Cramer's To- oe Oberhofprediger in Quedlinburg und ward 1760 vom Fürsten von Schwarzburg zum Superintendenten in S o n d e r s h a u s e n ernannt. Nachdem er diese Stelle durch 2 Jahre auf das ehrenvollste bekleidet hatte, -starb er am 23. Feb. 1765. Nach seinem Tode erschie- nen im Drucke: G.'s poetische Werke, nebst des Dichters Leben, heraus- gegeben von C. Chr. Oärtner, Braunschw. 176?. In seinen Gedich- ten sind der sanfte Fluß der Gedanken und Worte, gefällige Moral, edle Einfalt, und kunstlose Leichtigkeit im Ausdrucke sehr zu lob<n, be- sonders wenn man bedenkt, daß O.'s Bildung in die Zeit des erst aufblü« henden deutschen Geschmackes siel. Am glücklichsten war er im erzählen- den und im Lehrgedichte; von Begeisterung, oder wohl gar Witz und Laune ist indessen keine Spur in seinen Werken zu finden. Im Manu- scrivt hinterließ er eine Abhandlung über den deutschen Hexameter, eine Übersetzung schöner Schilderungen aus Milton's Verlornem Paradiese, eine Übersetzung des ersten Actes von Racine's feindlichen Brüdern, nebst vielen/Predigten und geistlichen Reden. Gießhübel, böhm. Herrschaft im Elbogner Kreise, wo der im In- und Auslande bekannte, seit beyläufig 40 Jahren in Aufnahme gebrach» te, Gießhübler Sauerbrunnen, auch Rodisfurter Buchsäuerling genannt, 3 Stunden östlich von Carlsbad, nächst dem Dorfe Rodisfurt, aus einem Basalt-und Granitfelsen hervorquillt. Eine Mauer umgibt die Quelle im Innern, verschließt das kohlensaure Gas derselben und verhindert zugleich den Beytritt fremder Wässer; ein artiger Tempel, Überdie- selbe hingebaut, schützt sie vor dem Regen und hineinfallenden Unreiniq«, keiten. Vor dem Tempel ist eine Allee angelegt, die zum Gebäude des Brunnenaufsehers führt. Unweit davon befindet sich das Flaschenmaga- zin mit zweckmäßigen Bädern, und nächst diesem der Brennofen, wor- in die nöthigen Flaschen zum Versenden des Heilwassers bereitet wer-, den. Giftschütz, Carl, Weltpriester, k. k. Rath, Baccalaureus und Licentiat der theologischen Facultät an der Wiener Hochschule, Director an der Z o l l e r'schen Hauptschule in der Vorstadt Neubau, wurde geb. zu Wien den 13. Feb. 1753. Nach vollendetem Studium der Humanitätswissenschaften, studirte G. Philosophie, Naturrecht, und die Anfangsgründe des bürgerl. Rechtes an der Wiener Universität und trat sodann 1772 in das Priesterhaus bey St. Stephan in W i e n , wo er auch die theologischen Studien absolvirte, und 177? die Priesscr- -.ueihe erhielt. Noch dasselbe Jahr kam G. als Cooperator nach St. Ve i t , welche Stelle er durch 8 Jahre, und dann in Tul ln durch 4
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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