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874 Giovane, Julie Herzoginn r»., — Girardoni.
den Vorlesungen über deutsche Pastoraltheologie, 2 Bde. in mehrerenAuf-
lagen, Wien, I.Aufl., 1785; letzte, l797 ; welche im In-und Auslande mit
allgemeinem Beyfall aufgenommen wurde. Sonst lieferte G. einige Über-
setzungen aus dem Französischen, so z. B. Dugnets und Thiers.
Giovane, Julie Herzoginn pon, seit 1795 Obersthofmeisterinn
bey der Erzherzoginn Mar ia Louise, und Sternkreuz«Ordens»
dame zu Wien, Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften und
Künste zu Stockholm, und der Akademie der Wissenschaften zu Ber,
l i n , war durch ihre Werke eine Zierde der Literatur in Wien und ihr
Beyspiel trug nicht wenig dazu bey, in dem schönen Geschlechte dieser
Stadt den Geschmack für Wissenschaften zu erwecken. Ihre vier Welt-
alter nach dem Ovid, in vier Idyllen, erhielten selbst von Geßner
die schmeichelhaftesten Lobsprüche. Die erstere dieser Idyllen ward von
Abbe Fortis in italienische Verse übersetzt, und kam zu Neapel im
Druck heraus. Sie schrieb: Über die Aufhebung der Leibeigenschaft in
Böhmen, eine Idyile. — Die vier Weltaltcr nach dem Ovid in vier
Idyllen. Wien 1784. — Abhandlung über die Frage: Welche dauer-
hafte Mittel gibt es, die Menschen ohne äußerliche Gewalt zum Guten
zu führen? Würzburg 1785. —> I^ettera di una vama sul cockce
delle le^gi di 8. I^eucio. Neapel 1790. — I^eltres sur I'eclication
des ?rince55U5, Wien 1791. — Gesammelte Schriften, herausge-
geben von Retzer, eb. 1793.— ?Ian pour laii-e servil- les voygF« a
la cultui-e des Fennes ßens, a^ui se vnu3.1t au service de I'etat
dans la cai-rier« poliu^ue etc., eb. 1797. Die Herzoginn O. starb zu
Ofen 1805.
(^inving Iwlia (das junge Italien), eine staatsgefährliche im
Laufe der neuen Zeitereignisse gebildete Gesellschaft. Die Tendenz dieser
Vereinigung ist der Umsturz der bestehenden Regierungen und der ge°
sammten bürgerlichen Ordnung Italiens; die Mittel, deren sie sich be»
dient, sind die Verführung und selbst der durch geheime Obere in Form
von Vehmgenchten ausgesprochene Mord. Sie stellt sich dadurch in ei-
nen noch mehr gesteigerten Grad der Gefährlichkeit, als selbst die Secte
der 1821 den Umsturz Italiens bedrohenden Carbonari (s. d.) dar. Nach
den im Iuly 1833 in Osterreich erlassenen Bestimmungen wird jeder,
welcher daraus nunmehrdiehochverrätherischen Zwecke der Gesellschaft un«
ter der Benennung (^. I. kennen soll, und dem ungeachtet seit diesem
Erlasse in dieselbe eintritt, dem §. 52 des Strafgesetzbuches über Ver»
brechen gemäß, des Hochverrathes schuldig, und zufolge §. 53 die Todes-
strafe verhängt; auch wird jeder, welcher die Fortschritte dieser verderb-
lichen Verbindung seitdem nicht hinderte, oder die Mitglieder derselben
anzuzeigen unterließ, nach den §§. 54 und 55, als Mitschuldiger dieses
Verbrechens bestraft. Wer sich in die Verbindung eingelassen, in der
Folge aber die Mitglieder und ihre Unternehmungen zu gehöriger Zeit,
wo die schädlichen Folgen noch verhindert werden konnten, entdeckt, dem
il die gänzliche Straflosigkeit und Geheimhaltung der Anzeige zuge«
sichert.
Girardoni, Bartolomeo, gebürtig aus dem südlichen Tyrol,
rühmlich bekannter Maler, Optiker und Mechaniker. Sein Vater, eben-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie