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Glasmalerey. — Glay. 87!)
und Niederlagen haben, welche durch Mitglieder der Handelsgesellschaft
und durch eigene Commis besorgt werden. Letztere werden gewöhnlich
schon im Knabenalter mitgenommen/ um die Sprache und die Geschäfte
des Landes kennen zu lernen. Auch die österr. Fabriten machen bedeu-
tende Geschäfte in andern Provinzen des Inlandes, so wie auch im
Auslande. Die steyermärkischen Glashütten haben Absatz nach Italien
und Croatien, jenezuMerszlavodicze selbst nach Amerika. Obschon
die Ausfuhr im Allgemeinen neuerer Zeit nachdem Oriente und besonders
nach Rußland, der steigenden Industrie in diesem Lande zu Folge, be-
deutend abgenommen hat, so hat sich hingegen dem Glashandel ein neues
bedeutendes Feld der Speculation im österreichischen Italien, besondere, in
der Lombardie geöffnet, wo viele feine Gläser verlangt werden, die man
sonst aus England und Frankreich bezog. Die Einfuhr sowohl desgemei-
nen, als des feinen Krystall- und geschliffenen Glases ist zur Begünsti-
gung des inländischen Handels, in den Zolltarissen verbothen und wird
nur in einzelnen Fällen gegen hohen Zoll gestattet, sie ist daher, ver-
glichen mit der Ausfuhr, höchst unbedeutend zu nennen, so betrug z.B.
1826 die Ausfuhr an Glas- und Thonwaaren zusammen 2,424,000 Gul'
den, die Einfuhr hingegen nur 75,456 Gulden, überdies; bestand er-
stere fast gänzlich aus Glas, der größte Theil der eingeführten Gegen«
stände hingegen aus rohem Thon und Thonwaaren.
Glasmalerey. Seit Wiederersindung dieser schönen und gefälligen
Kunst machte sie besonders in Osterreich die erfreulichsten Fortschritte.
Große Verdienste erwarb sich um diesen Kunstzweig der im Nov. 1325
verstorbene Glasmaler Gottlieb Sam. Mohn (s. d.) wie die von
ihm hinterlassenen Arbeiten im kaiserl. Ritterschlosse zu Laxenburg,
an mehreren Kirchenfenstern :c. hinreichend darthun. Die Arbeiten in
Laxenburg wurden nach Mohn's Tode von dem Glasmaler Wi lh,
Viertel mit dem günstigsten Erfolge fortgesetzt. Auch der Glasmaler
Anton Kothgasser (s. d.) in Wien lieferte viele sehr geschmackvolle
und gelungene Arbeiten, worunter besonders die für den Dom in T u«
r i n gemalten Kirchenfenster die ehrenvollste Erwähnung verdienen.
Mehrere Fabriken Venedig's zeichnen sich auch durch herrliche gefärbte
Gläser und Glaspasten, zum Theil fur den orientalischen Handel, au?.
In der Fabrik Dolmistro auf Murano werden die schönsten künstli-
chen Avanturine im Großen gemacht und die daraus verfertigten Arbei-
ten sowohl nach Amerika als nach den Inseln des stillen Meeres abgesetzt.
In Böhmen werden auf mehreren Glashütten gefärbte Glastafeln, far-
biges und gemaltes Glasgeschirr:c. erzeugt. Auch die gräflich Karo! y i'«
sche Glasfabrik zu Zelestye in Ungarn liefert ausgezeichnet schöne
Arbeiten.
GlatZ, Iac., wurde den17. Nov. 1776 zuP o pr ad in Ungarn,
einer der Zipserstädte, von deutschen protestantischen Altern geboren. Den
ersten Unterricht erhielt er in seiner Vaterstadt und kam 1788 auf das
protestantische Gymnasium zu Käsmark, begab sich darauf nach M i s-
kolcz, um die ungarische Sprache zu erlernen und kam nach einem Jahre
Auftnthalt daselbst an das Gymnasium in P> eßburg, wo er sich durch
beynahe 3 Jahre unter den geschickten ProfessorenStretsto, Säbel.,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie