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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 382 -
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382 G l e i c h . großes, von ihm selbst verlegtes Blatt: Madonna mit dem schlafende,»I». suskinde, den ersten großen Preis in einer goldenen Medaille mit dem Brust, bilde des Kaisers Fra n z, 24 Duc. schwer, bestehend. In der Folge wurde G. durch den kunstliebenden Erzherzog Anton als Pensionär unterstützt und er fuhr nun fort, sich mit lobenswerthem Fleisie der Ausübung seiner Kunst zu widmen. Seine gelungensten Arbeiten sind: Portrait nach Ede» linck; Madonna nach Sassoferato; heil. Agnes, nach Guercino; Madonna mit dem Jesuskinde auf den rechten Arm und einemBuche in der linken Hand, nach Andrea del Sarto; die heil. Familie, nach Raphael; dann lie- ferte G. auch einige Blatter zu demHaas'schen Galleriewerte, z. B.PHi- lemon und Baucis, nach Iordaen^, die Taufe Christi nachGuido Renizc. Gleich, Ios. Aloys, Theaterdichter und Romanschriftsteller, wurde geboren zu Wien den 14. Sept. 1772. Nach vollendeten Studien der Humanioren bey den Piaristcn in der Iosephstadc, absolvirte er auf der Universität die damahls üblichen 3 Curse der Philosophie, mach» te sich die französ. und ital. Sprache eigen, studirte dieStaatsrechnungs« Wissenschaft und wurde bereits in seinem l 8. Jahre als k. k. Staatsbeain, ter angestellt. Durch 40 Jahre leistete G. als solcher ersprießliche Dien» sie; 1830 trat er, seiner geschwächten Gesundheit wegen, zwar in einen ehrenvollen Ruhestand, wobey ihm der ganze Gehalt belassen wurde, da er jedoch in Zeit von 2 Jahren seine Gesundheit so ziemlich wieder hergestellt hatte, trat er, um nicht dem Staate unthätig zur Last zu fal» len, aufs Neue mehrere einem kaiserl. Hofbeamten obliegende Beschaf» tigungen an. Schon in früher Jugend versuchte sich G. als Romanschrift- steller, er wählte das damahls eben im Schwung gehende Fach der Rit- ter-, Geister- und Schauergeschichten mit vielem Glücke und erhob sich bald, obschon immer Pseudonym auftretend, zu einem der beliebtesten Repräsentanten dieses Faches. Seine unbestreitbar reiche Einbildungskraft «nd glückliche Darstellungsgabe, so wie die Dankbarkeit des Vorwurfes und die Empfänglichkeit der Lesewelt, die ähnlichen Producten wohlauf halbem Wege entgegenkam, erklären dieMenge seiner derartigen Erzeug- nisse, deren Zahl in nicht langer Zeit 130 überstieg, wovon einige wirt- lich recht gelungen waren und als Species den endlich. Gottlob erfolg- ten Fall des ganzen Genus, geraume Zeit überlebten. Als der Geschmack des Publicums endlich wohl auch durch Übersättigung an Producten dieser Art abnahm, widmete sichG. theatralischen Arbeiten, deren ervie- le und darunter ebenfalls mehrere sehr gelungene lieferte, besonders glücklich ist er in diesem Felde in Wahl und Behandlung des Stoffes, sein Dialog ist gewandt und oft sehr witzig, die Situationen hingegen größtentheils mager und die Verkettung lose< Mehrere derselben werden jedoch noch heute mit Vergnügen gesehen. Die besten seiner Ritterromane, die er, wie gesagt, gewöhnlich unter fremder Firma z.B. Vom Verfasser des schwarzen Ritters, von Ludw. Dellarosa, Heinr. Walden u. a. m. her- ausgab, sind: Bey Haasin Wien: Zauberinn Ietta; — Guntrams Schat- ten um Mitternacht; —Wendelin von Hollenstein; —Brüder Markenstein; — Die Sternenwandlerinn; —> DieTodtenfackel oder dieHöhle der Sie- benschläfer;— Die 300jährige Wandlerinn.— Bey Mostl in Krems: Der schwarzeRitter; —MutterIrmentraud; —Artiger, dergraueWanderer; —
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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