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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 384 -
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384 G l o lk n i y. — G l ö g g l. gießereyen in Wien/ sind die vorzüglichsten in Prag, Pi lsen, Bud. weis, Grätz, Linz, Ofen, Pesth, V enedig und Mailand. Die Glockengießer verfertigen auch gewöhnlich Feuerspritzen, Druck, und Spielwalzen/ so wie verschiedene andere Maschinen. Ausgenommen mit kleinen Glocken, kann von einem eigentlichen Handel mit Glockenaie- szer-Arbeiten nicht die Rede seyn. Größere, besonders aber Kirchenglocken, werden nur auf Bestellung gearbeitet. Der gesammte Absatz dieser Er- zeugnisse beschränkt sich nur auf das Inland, die Einfuhr dieser Artikel ist nur in besondern Fallen gegen den hohen Zoll von 60 st. C. M. pr. Centner gestattet. GlocknitZ (GloggNitZ), alter niederö'sterr. Marktflecken im V. U. W.W. , an der Hauptstraße nach Steyermark, mit 520 Einw. Das hiesige Schloß war ehemahls ein Benedictiner-Klostergebaude und hat noch jetzt einen befestigten Eingang. In der schönen Kirche sieht man Orabdenkmähler der Grafen Wurmbrand. In G. hielt Ulrich von Liechtenstein als König Artus Turnier. Es befinden sich hier eine Bleyweißfabrik, 2 Hammerwerke und 2 Steinbrüche, und höher hin- auf an der Schwarza, in der Schlegelmühle, besteht ein k. k. Blaufar« benwerk und seit Kurzem die große ärarische Gußsviegelfabrik. Glöggl, Franz Xaver, Domcapellmeister zu Linz, theore- tischer Musikgelehrter,ist geb. zu Linz den 21. Feb. 1764 .^ Nach erlang- tem Unterricht in den Humanioren und der Musik, wozu er schon als Knabe große Neigung hatte, kam O. als Sopranist in das Musik-Se- minar zu Linz, 1784schickte ihn sein Vater nach Wien, um daselbst seine musikalischen Studien fortzusetzen und.sich auch im Violinspiele aus- zubilden. 1787 wurde G. als Orchester-Director beym Linzertheater an- gestellt und übernahm 1790, durch Gönner unterstützt, die Direction dieser Bühne, zugleich erhielt er auch die Stadtmusik-Directorsstelle, mit welcher die Besetzung der Kirchen-Instrumentalmusik verbunden war, und bekleidete diese Stellen mit so günstigem Erfolge, daß er 1795 auch das Hoftheater in Salzbur'g übernehmen konnte. 1797 erhielt G. die Domcapellmeistersstelle in Linz, worauf er 1798 die Theater-Entre- prise aufgab, um sich ganz dem Musikfache widmen zu können, auch er» richtete er eine Musik- und Kunsthandlung, welche er jedoch nach man- chen Unannehmlichkeiten wieder aufgab. 1830 hielt er in der Domkirche zu Linz die Feyer seiner 50jährigen Dienstleistung, welcher die ansehn- lichsten Einwohner aus allen Ständen beywohnten. Folgende seiner theo- retischen Werke erschienen im Drucke: Kurzgefaßtes Schulbuch der Ton- kunst, Linz 1797. — Versuch zu einem musik. Kunstwörterbuch, eb. 1798.— Musikal. Monathschrift, eb. 1803. — Musilal. Blättchen zur Zeit, eb. 1810. — Musital. Hauptzirkel in Kupfer mit Erklärung, eb. 1810. —Musikal. Notizen, 1812.— Musikal.Zeitung für die österr. Staaten, eb. 1812—13. — Kurze Geschichte der gottcsdienstl. Mu- sik, im Bürgerblatt Nr.85>—Der musikal. Gottesdienst, Linz 1822. — Kirchenmusikordnung, erklärendes Handbuch :c., Wien '828. Noch ge- genwärtig arbeitet G. an dem schon vor mehreren Jahre.-, angefangenen großen Werke: Musikal. Kunstsammlung für Musikfreunde, wie fürvrac- tische und mechanische Künstler mit mehr als 1000 Zeichnungen von I»-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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