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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 389 -
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Göldlin. — Gölis. 389 ist nach römischer Art mit 4 Kuppeln gedeckt. Der Lust» und Thiergarten hat beynahe 3 Meilen im Umfange. Außerdem besitzt der Ort eine ka- tholische und eine reformirte Kirche. Göldlin, Pet. Christoph, Reichsfreyhert v., k. k. Gene- ral-Feldmarschall-Lieutenant, stammte aus der berühmten adeligen Fa- milie dieses Nahmens von Luzern, und war geb. 1663. Kaiser Leo- pold 1./ in dessen Diensten sein Vater gestorben war, besorgte seine Erziehung und Ausbildung zum geschickten Offizier. Er erhielt 1699 eine Compagnie bey der Herb erst ei n'schen Legion, war 1718 Oberstlieute- nant und 1723 Commandant des Regiments K ö nigseck, welches er 1,731 eigenthümlich erhielt. Sowohl in dem spanischen Erbfolgekrieg, als auch in dem Krieg gegen die Türken und in Sicilien, gab er so viele und schöne.Proben einer rühmlichen Tapferkeit und Kriegserfahrenheit, daß er 1732 zum Reichsbaron, dann zum Primas oder Oberbefehlshaber des Königreichs Serbien erhoben wurde. In dem ungar. Feldzuge von 1739 deckte er bey und nach der verhängnißvollen Schlacht bey Groska den Rückzug der laiserl. Armee mit vieler Klugheit. Er commandirte 1741 bey dem berühmten Treffen bey Molwitz den linken Flügel zdes österr. Kriegsheers/ empftng dabey eine tödtliche Wunde, und starb den Helden- tod. Er war einer der besten deutschen Generäle. Göl is, L.eop. Ant., der Heilkunde Doctor, k. k. Sanitäts- rath, Leibarzt des Herzogs von Reich stadt, Director des Institutes für kranke Kinder in Wi en, auch Mitglied mehrerer gelehrter Gesell- schaften, war geboren den 19. Oct. 1764 zu Weißenbach, einem Dorfe in Steyermark. Schon in frühester Jugend zeigte G. große Lust zum Studiren, lernte die Anfangsgründe der deutschen und lateinischen Sprache in der Piaristenschule zu Gleis dorf und empfing dann seine weitere Ausbildung aus dem Gymnasium und Lyceum zu Gratz. 1788 ging er nacl>Wien, um daselbst die Heilkunde zu studiren und erhielt 1793 auf der hohen Schule die Doctorswürde der medicinischen Wissen- schaften. 1794 begann G. als practischer Arzt zu wirken, er widmete sich mit theilweise glücklichem Erfolge der Cur von Kinderkrankheiten u»d erwarb sich in diesem Fache bald vorzüglichen Ruf. Nach dem Tode des edlen Arztes iI oh. I o s. Masta l^i er , welcher zuerst die schöne Idee ausführte, kranke Kinder armerÄltern unentgeldlich zu cu- riren, übernahm G. die Fortsetzung dessen Privat - Ordinationen und erhob sie unter dem Schutze der Landesstelle bald zu einem Institute, welchem er mit edler Uneigennützigkeit und segensreichem Wirken durch volle 32 Jahre als Director vorstand, während welcher Zeit sich die Zahl der daselbst ärztlich und wundärztlich behandelten Kinder, laut jährlichen Ausweises, auf 159,566 belief. 1816 ertheilte ihm Kaiser Franz in Rücksicht auf seine ausgezeichneten Verdienste den Titel eines k. k. Sanitätsrathes. 1821 ernannte ihn die Erzherzoginn Maria Louise zum Leibarzt des Herzogs von Reich stadt, wel- ches ehrenvolle Amt G. bis zu seinem Tode, welcher den 20. Februar 1827 in Wi /n erfolgte, ' bekleidete. Seine im Drucke erschienenen Werke sind: Über die häutige Bräune, Wien 1807. — Vorschläge zur Verbesserung der körperlichen Kindererziehung in den ersten Lebenspe-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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