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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 398 -
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398 G o m e z d e p a r i e n t o s . ausgezeichneter Taktiker, wurde geboren zu Nieuport in den Nieder- landen den 26. Dec. 1744 aus altspanischer Familie, Sohn eines k. k. Hauptmannes. Nach vollendeten Militärstudien in der Militärakademie zuWien er-Neust ad t trat G. als Cadet in das Regiment Caprara und bezeugte so viel Diensteifer und militärische Kenntnisse, daß er nach kurzer Zeit bey jener Akademie mit Hauptmannsrange als Professor der Taktik angestellt wurde. 1788 ward er als Major zum Generalstabe be- rufen, bald nachher wurde er zum Oberstlieutenant bey dem Regiments Toscana befördert und ihm zugleich das Referat bey der damahls bestandenen Feldkriegscommission zugewiesen, deren Leitung von dem General der Cavallerie Graf Nostitz besorgt wurde. Eine besondere Umsicht bewies er damahls in der Wahl des Terrains, wobey ihm sein unbegränzter Eifer im Recognosciren die wesentlichsten Dienste leistete, und wodurch es ihm allein möglich wurde, das sogenannte Burzenland (ein Theil von Siebenbürgen), dann Häromszek, Csik, und Gorgan, gegen die feindlichen Anfalle der Türken zu behaupten, so daß ein großer Theil des 1788 und 1789 erfochtenen Ruhmes auf sei- neRechnung kam. Eben so werkthätig erprobte er sein kriegerisches Talent im folgenden Jahre, wo er den Landstrich zwischen S ch u l und der Donau wahrend der furchtbaren Kälte der Wintermonathe beritt, und den glück- lichen Entwurf machte, das Lager zwischen R edowan und Caraul zu schlagen, von wo aus sodann der Feind im Schach gehalten, und die kleine Walachey ohne große Schwierigkeit gegen den Feind sichergestellt werden konnte. — Im nähmlichen Jahre hatte er auch Gelegenheit, seinen persönlichen Muth zu bewähren, denn in dem Treffen beyKalafat hielt er unter dem wüthendsten Kugelregen aus und befeuerte seine, bereits zaghaft werdende Mannschaft durch das Beyspiel seiner eigenen, glän- zenden Bravour zum wiederholten muthigen Angrisse, welches ihm durch ein eigenhändiges, von dem Feldzeugmeister, Grafen von Cler- fayt ausgestelltes Document bestätigt wurde. — Aber auch bey andern Anlässen gab G. sprechende Beweise seiner Unerschrockenheit und seines Muthes, nahmentlich bey Mouchin in den Niederlanden, bey Eam- bray und beym Entsatze der Festung Charleroi 1794, wo seine Mit- wirkung entscheidend zu dem glücklichen Erfolge beygetragen hatte. l794 war er Oberst geworden, und 6 Jahre später erhielt er den Charakter eines Generalmajors, verbunden mit dem Directoriate des f. k. Kriegs- archivs. — Dieß war die Sphäre, wo seine Kräfte sich ersprießlich ent- wickeln konnten. Seine Tendenz war auf die Herstellung eines kenntniß- reichen, wissenschaftlich gebildeten Offiziercorps gerichtet und er strebte mit dem regsten Eifer das Kriegswesen auf eine intellectuellere Stufe zu er» hsben. Die erste Fruckt seiner Bemühungen war ein von ihm verfaßtes Handbuch der Terrainlehre. Daß dieses Buch noch gegenwärtig als Lehr- und Hülfsbuch der k.k. Armee besteht, dürfte übrigens den besten Probier- stein für den Gehalt desselben abgeben.— 1823 erschien (zu W i en) be- reits die I2. Aufl. (mit 1? Plänen). Zu die,er Zeit entstand auch die von ihm begründete und redigirte milit. Zeitschrift. Auch das chalcogra- phische Bureau des Generalquartiermeisier-Stabes verdankt seinen Ur- sprung G.'s begründeter Ansicht von der Wichtigkeit solcher Hülfsmittel.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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