Seite - 405 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Bild der Seite - 405 -
Text der Seite - 405 -
Graffer, Aug. — Gräffcr, Franz. 405
Graffer, ?lugust, Buchhändlerin Wien, war 1762 in Schle-
sien geboren, und studirte zu Wien. Geraume Zeit verlegte er sich vor-
züglich auf militärische Schriften, weßhalb seine Buchhandlung nebstbey
auch: Militärische Buchhandlung sirmirt war. 1799 gründete ^r den
österr. Militäral-nanach oder Schematismus der k. k. Armee. Er re-
digirte ihn und gab ihn durch^ 14 Jahre in eigenem Verlage bis 1314
iiicllisive heraus, von wo an er selben der k. k. Staatsdruckerey abtrat.
Stets für die vaterländische militär - wissenschaftliche Literatur thätig,
bearbeitete er noch folgende, sämmtlich in seinem Verlage anonym
erschienene Schriften: Geschichte der k. k. Regimenter 1792. Neue
Aufl. 2 Bde. 1799—18N4. 3. Aufs. 3 Bde. in 5 Thln. 1812. —
Geschichte des Maria Theresien-Ordens mit Kupf. 1796. — Beytrag
zu den Annalen der österr. Ritterorden mitillum. Kupf. 3Abth. 1796 —
1802. Neue Aufl. 1809. — Belohnungsgeschichte der k. l. obligaten
Mannschaft, 2 Bdchn. 179,7. Er starb 1816 zu Wien.—Rudolph
G. seüi älterer Bruder, machte als Buchhändler in Wien, besonders
als Verleger der gediegensten Werke berühmter selbst auswärtiger Ge-
lehrten, Epoche. Er war sehr kenntnißreich, ja gelehrt, fabricirte m
Österreich der Erste das Velinpapier, zu welchem Behufe er Reisennach
Holland und England unternommen, und erwarb sich um die Aufnahme
der Literatur und des Buchhandels in Osterreich große Verdienste. Seine
HandlungsZesellschaft mit dem Dichter B lumauer war die Haupmr-
sache der ungunstigen Wendung seiner Verhältnisse; gleichwohl blieb er
selbst unter seinen Trümmern stets ehrwürdig.
Graffer, Franz, Sohn AugustG.'s, Antiquar-Buchhändler in
Wien, geb. daselbst den 6. Jan. 1785, absolvirte dieHumaniorenund
die Real-Handlungsakademis in seiner Vaterstadt. Von Jugend auf
widmete er sich dem Studium der Literargeschichte und Bibliographie,
in welcher Hinsicht er sich nicht unvortheilhaft veröffentlichte. Er war ei-
nige Zeit im Dienste des Grafen St. Leu (Ludw. Napoleon);
dann Bibliothekar des Fürsten Mor. Liechtenstein und des Grafen
Carl Harrach in Wien. 1819 gründete er die encyclopndische Zeit-
schrift: Conuersationsblatt, und redigirte sie bis Anfangs des 3. Jahr-
ganges. Für die Gründung der ersten Sparcasse Wien's war er beson-
ders auch dadurch thätig, daß er sich aus England und Frankreich die
bezüglichen Schriften, Statuten lc. verschaffte, um sie, aneifernd, iü
seinem Blatte mitzutheilen. 1322 redigirte er (statt M. Schmidt) den
literarischen Anzeiger (Wien); 1321 war er Witredacteur der Zeitschrift
Pannonia in Pesth. Mit Beysetzung seines Nahmens erschienen von ihm
unter Andern: Andeutungen über Leben:c., Grätz 1812. — Arabeskm
für Freunde der Combination :c., Wien 1813.—DerBuchhandel, hi-
storisch, eb. 1813. — Eabinet histor. Trauergemälde, 2 Thle. ed. 1313.
— Histor. Raritäten, eb. 1814; 2. Aufl. 181F.— Clio's Curiositäten-
Cabinet, eb. 1814. — Histor.. Unterhaltungen, eb. 1823. — Persie.i,
2 Thle. mit Kupf. Pesth 1823. —Histor. bibliograph. Bunterley, Brunn
1824. — Geogr. stat. Handwörterbuch des österr. Kaiserth. Wien 1827. —
Nebenstunden, geschichtl. u. literar. eb, 1828. —Momus, ed. 1329. —
Reliquienschatz der Christenheit, eb. 1329. Mit seine!« Nahmen gab er
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie