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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 408 -
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4W G r ä tz. bekannter angesehener Ort vor. Um 900 wurde diese Stadt von den Un- garn erobert und zerstört, welche sich in 7 Jahren darauf durch den Sieg über den Bayerherzog Luitpold Steyermark auf 40 Jahre zinsbar machten. 994 siedelten sich auch die Juden daselbst an und hatten in der Carlau einen eigenen Iudenrichter. 1127 verlegte Markgraf Leopold aus dem Hause der Traungauer seinen Regierungssitz vom Schlosse Steyer in Oberösterreich nach der Burg in O., welche sodann eine geraume Zeit Sitz der eigenen Landesfürsten Steyermarks blieb. In der noch vorhande- nen Siftungsurkunde des Klosters Vovau durch denMarlgrafen O tto- ka r V. wird G. zuerst eine landesfürstliche Stadt genannt. Den 29. Iuny 1180 wurde Markgraf Otto kar VI. von Kaiser Friedrich I. zum Herzoge und Steyermark zum Herzogthume erhoben. 1186 über- trug der kinderlose Herzog'Ottolar aus eigener Macht unter wichtigen Bedingnissen und unter dem Versprechen der Aufrechthaltung aller Rechte der Stände die Erbfolge an Herzog Leopold VI . den Tugendhaften von Osterreich-Babenberg, welcher auch nach dessen Tode 1192 die Re- gierung dieses Landes antrat, wodurch Steyermark das erste Mahl mit Osterreich vereinigt wurde und es bis zum Aussterben des Stammes Ba- benberg mit Friedrich dem Stre i tbaren blieb, wo es dann die Schicksale der osterr. Länder theilte. Nach der kurzen Herrschaft Otto- kar's von Böhmen wurde die Steyermark^unter Albrecht I. aus dem Hause Habsburg zum zweyten Mahle mit Osterreich vereinigt und blieb fortan bey diesem Hause.—-1348 war ein starkes Erdbeben in G. 1360 ließ sich Herzog Rudolp HIV. daselbst mit großer Pracht huldigen und ertheilte bey dieser Gelegenheit im Lehenhofe mehrere Lehen, das fol- gende Jahr bestätigte dieser Fürst der Stadt G. die Niederlage der Kauf- mannsgüter, das Bruckrecht über die Mur mit2 Orätzer-Pfennig für einen geladenen Wagen und bestimmte ihre Gerichtsbarkeit auch außer der Stadt. 1373 wurden die Kaufleute zu G. von allen Mauthen und Zöllen im ganzen Lande, bis auf Widerruf befreyt, 1379 wurde durch den Theilungsvertrag zwischen den Herzogen Albrecht I I I . und Leo- pold den Biederen, letzterer alleiniger Herr von Steyermark, wo-> durch dieses Herzogthum wieder von Osterreich getrennt und G. aufs Neue Residenz der Habsburgischen Fürsten der Leopoldinischen Linie wur- de und es blieb, bis Kaiser Friedrich I I I . nachdem Tode seines Neffen Ladislaus PostHumus 1457 beyde Lander wieder vereinigte. Der- selbe Kaiser gab auch der Stadt neue festere Mauern und Schanzgraben, führte mehrere Gebäude auf, so z. B. das Vicedomhaus, 1463 eitt Franciscanerkloster, ein Dominicanerkloster, die Domkirche zu St. Ägyd, u. a. m. und residirte selbst eine Zeitlang daselbst. Den 23. Apr. 1471 fiel der unverantwortliche Mord des wackern Andreas Bau in kircher (s. d.) unter dem Murthore zu G. vor. 1480 streiften die Ungarn und Türken verheerend bis an die Thore von G>, legten die Vorstadt St. Leonhard, mehrere Schlösser in Schutt und Asche und zerstörten die Kirche zum heil. Kreuz oder Landestrost genannt, gänzlich. 1496 ver- bannte Kaiser Maximi l ianI . nach dem allgemeinen Wunsche der Lan- deieinwoyner, die Juden auf immer aus G. und dem ganzen Lande. l5l5 führte dieser Kaiser daselbst die ersten Dicasterien und Polizeyan-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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