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G ra fe n eck. — Gran . N3
Ton, durch soIideStimmhaltung,dauerhaften und geschmackvollenBau aus.
G. macht mit seinen trefflichen Instrumenten sehr bedeutende Geschäfte
in die fernsten Gegenden Europa's; seine Fabrik ist die größte und renom-
mirteste Wiens und des Kaiserthums. Er ist ein sprechender Beweis,
wie weit man es durch Anlage, Eifer, Thätigkeit und Umsicht bringen
könne.
Grafcncck, niederösterr. Dorf im V. U. M. B. , mit einem
Schlosse und schönen Gartenanlagen.
Gran, Daniel, berühmter Freskenmaler, geb. 1694 in Mäh-
ren, kam nach vollendeten Studien und einigen vorgenommenen Reisen
nach Wien, wo er sich fortan bleibend aufhielt und von dem kunst-
liebenden Kaiser Carl VI. vielfach beschäftigt und kaiserlich belohnt
wurde. So erhielt er z. B. so lange er inHetzendor f arbeitete, für je-
den Tag der Arbeit nicht weniger als 100 Duc. und wurde überdies; jedes
Mahl durch eine Hofequipage mit 4 Pferden dahin und wieder zurück
gefahren. Leider aber war G. eben so leichtsinnig und verschwenderisch
als kunstreich; ev vergeudete in kurzer Zeit wieder die reichen Früchte sei-
nes Talentes, darbte in vorgerücktemAlter und starb zu S t.P ölten 1757.
Folgende seiner Arbeiten sind als vorzüglich anzuführen: Die Frescoge-
mälde in der kaiserl. Bibliothek zu Wien, wovon besonders die Decke
der Kuppel ein Meisterstück zu nennen ist; das Altarblatt, die heil. Elisa-
beth, in der Carlskirche zu Wien; die herrlichen Deckengemälde im
großen Saale zu Hetzendorf, endlich auch die Decke der Schloßca-
pelle zuSchönbrunn.
Gran, ungar. königl. Freystadt in der Oraner Gespanschaft, am
rechten Ufer der Donau, wo sich der Granfiuß in dieselbe ergießt. G.
besteht: 1) aus der königlichen Freystadt selbst, in einer angenehmen und
gesunden Gegend liegend, mit einer katholischen Pfarrkirche und der
St. Annenkirche, die zu dem Franciscanerkloster gehört, dann 5 Capel-
len der nichtunirten Griechen, nebst einer Pfarrkirche dieser Glaubensge-
nossen, deren Filiale sich bis nach Lera erstrecken; das Comitat hat in diesem '
Stadttheile seine Congregationen-und alle Gerichte ihren Sitz. Mitten auf
dem Platze r>st das Rathhaus, und vor demselben erhebt sich eine prächtige
Dreyfaltigkeitssaule. Die Stadt hat auch ein kön. Gymnasium, in welchem
die Benedictiner der Jugend Unterricht ertheilen; dann ein Mädchen-Insti-
tut, welches vom Ärarium unterhalten wird; ein wohl eingerichtetes Spital
für arme Bürger; ein kön. Provianthaus, und eine gut eingerichtete Buch-
druckerey. Die Einwohner sind Ungaru und Deutsche, deren Anzahl sich
auf 6,100 beläuft. Ein großer Nahrungszweig ist der Weinhandel. 2)
aus den Marktflecken St . Thomas und St. G e o r g , wovon
der erste dem erzbischöflichen Capitel gehört, und 1,680 Einw. zählt.
St. Georg hat eine Kirche und 1,660 Einw., die sich reichlich vom
Acker- und Weinbau nähren. 2) gehört zu G. die sogenannte Festung,
die auf der Höhe eines Berges, dicht an der Donau gelegen ist, und
von welcher noch mehrere Festungswerke stehen. Am Fuße des Berges
breitet sich die Wasserstadt aus, welche dem Erzbischofe gehört. — Ai-ch
istinG.der Sitz des 1001 vom heil. Stephan gestifteten Erzbisthun,^
Dieses wurde beym Einbrüche der Türken nach Tyrn au, die Rosideüz
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie