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Graner Gespanschaft. — Graphit.
des Erzbischofes aber nach Preß burg verlegt, bis beyde endlich 1820
durch den Reichs-Primas und Erzbischof, Fürsten Alex. v. Rudnay/
wieder hierher versetzt wurden. Der jedesmahlige Erzbifchvf von G. ist
zugleich Fürst und Primas des Reichs, welche.Würde Christian Aug.
Herzog von Sachsen, als ehemahliger Erzbischof von G. 17,16 vom Kaiser
Carl VI. für alle seine Nachfolger erwirkte. Am 23. April 1822 ist hier
die f^ yerliche Grundsteinlegung zur neuen Metropolicankirche, einem Bau-
wert im großen Style, durch den Reichspalatin, Erzherzog I o sepH vor-
genommen worden. Der Fürst Primas, Alex. v. Nu dnay, ließ hier
zu gleicher Zeit eine merkwürdige und wohlthätige Wasserkunstmaschine
mit Kostenaufwand« errichten, die am 22. Nov. 1822 zum ersten Mahle
zur Benutzung angelassen wurde.
Graner Gcspanschaft, eine der kleinsten in Ungarn, indem i^ r
Areal nur 20Z Q. M. betrügt. Es werden Heer 1 Stadt (die königl.
Freystadl Gran), 4 Märkte, 45 Dörfer und 8 Pradien gezählt. Die
Bevölkerung beläuft sich auf 46,600 Seelen. Diese Gespanschaft gränzt
an dieComorner, Barser, Honther, Stuhlweißenburger und Pesiher,
wird von der Donau durchschnitten, ist meistens gebirgig und die weni-
gen Ebenen wechseln mit weinreichen Hügeln.
Granit. Dieses älteste Glied der Urgebirge besitzt Osterreich in
größter Menge und indenmannigfaltigstenAbwechslungen. ZuMauth-
hau se n in Oberösterreich wird grauer Granit, eine etwas grobkörnige
Varietät gebrochen, die man feit einiger Zeit zum Straßenpflaster nach
Wien bringt. Früher erhielt die Hauptstadt von dorther auch grauen
sehr feinkörnigen Granit, wie man noch an den schönen Trottoirs daselbst
sehen kann. (Der Hösteiner Steinbruch ist von dem l. k^ Wasserbauamt
gepachtet und liefert das Material für den Wasser- und Brückenbau.)
Mauthh ausen liefert auch röthlichen feinkörnigen G., welcher, so
wie der graue, da sie eine schöne Politur annehmen, zu vielen Stein-
schneider-Arbeiten, z. B. Fußgestellen von Statuen, Uhrkästen, Tijch-
blattern, Dosen :c. verwendet wird. In Oberösterveich ist G. in grc«
sier Menge, sowohl im südlichen Gebirge als über der Donau vor-
handen. Zu Krieg lach in Steyermark wird himmelblauer grobkörni-
ger. G. gegraben/ welcher zur Steinschneiderey sehr verwendbar ist. In
Tyro l sind die Steinbrüche auf G. sehr zahlreich und durch das ganze
Land verbreitet. Im nördlichen Kärnthen findet sich ebenfalls G., ob-
schon nicht in sehr bedeutender Menge. Vortrefflich ist der feinkörnige
und dichte lombardische O., welcher einen großen Theil des Sees von Chia-
venna umgibt. Mai land besitzt aus diesem G>, welcher an Schön-
heit dem orientalischen wenig nachsteht, viele hundert prachtvolle Säu-
len, auch bey Novata sindet man großeG.-Massen. Das Fußgestetl
der Statue des Kaisers Joseph I I . in Wien ist von schwarzgrauem, fein-
polirtcn G., welcher zuMau th hausen gebrochen wurde.
Graphit (Reißbley), findet sich gemengt in mehreren Ländern
der österr. Monarchie. Es wird entweder durch ordentlichen Bergbau oder
durch bloßen Tagbau gewonnen, und am Orte selbst zuBleystiften, Schmelz»
gefäsien u. dgl. verarbeitet oder auch roh in ander? Gegenden verhandelt.
In Un terösterreich findet sich der G. zu Ni e'd er-Ranna, Mar«
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie