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Grassalb'ovics. — Grassy.
dem taiserl. Bibliothelsaale zu Wien ein großes Deckengemälde in
Ohl, Maria-Himmelfahrt. Beyden Servilen das Altarblatt der 7 Vn-
ter, und in der dortigen Capelle der heil. Per eg rin und mehrere in
dem Speisezimmer; in der Capelle des landschaftlichen Palastes ein schö-
ner heil. Georg UndzuWiltau in der Pfarrkirche die Altarblatter
desheil. Apostel Andreas und der heil. Catharina. In seinem Ge-
burtsorte Brixen ist ein einziges öffentliches Gemälde von ihm, nähm-
lich dasAltarblättchen der heil. Schutzengel in der kleinen Kirche zu Stu-
fe ls/und in seinem väterlichen Hause die meisterhaften Porträte seines
Vaters und seiner Mutter. Er hat mehr als 50 Aliarblätter in Tyrol ge,
malt, sehr viele historische Staffeleygemälde und viele Landschaften, de»
.ren Prospcct immer vortrefflich, wiewohl das Colorit oft unangenehm ist.
Grassalkovics von Gyarak, ein angesehenes in Ungarn be°
gütertcs, gräfliches, seit 1784 aber in den Reichsfürstenstand erhobenes
Geschlecht, welche Würde sich jedoch nur immer auf den Majoratsherrn
der Familie einschränkt. Der Wohnsitz desselben ist Preßburg oder
Wien. Der jetzige Fürst Anton (geb. 12. Sept. 1771) ist Großlreuz
des königlich ungarischen St. Stephanordens und geheimer Rath,
so wie des CsongraderComitates wirklicher Obergespan, seine Gemahli!!?!
ist Mar ia Leopoldine/ gedorne Fürstinn Eszterhazy, ihre Ehe
ist jedoch kinderlos.
Grassy, Ant., Bildhauer. Der Vater dieses geschickten Künst-
lers war ein talentvoller Galanteriearbeiter zuWie n. G. wurde daselbst
1755 geboren, schon im zarten Alter wurde er für die Kunst be-
stimmt , uttd nach dem gewöhnlichen Elementarunterrichte als Zeich-
nenschüler auf die k. k. Akademie der bildenden Künste geschickt, wo
M e s s e r s c h m i d t , damahls Professor der Bildhauerey, so viel
Gefallen an dem fleißigen und anspruchslosen Knaben fand, daß er
ihn in einem Alter von 13 Jahren in sein Haus nahm und ihm be-
deutende Kenntnisse 'in seinem Fache beybrachte. Dadurch hatte sich G>
eine solche Kunstfertigkeit angeeignet, daß er nicht lange nachher von
dem geschickten Hofstütuar B a y e r zur Vollendung der Statuen,
welche den Hofgarten von Schönbrunn zu schmücken bestimmt waren,
au5ersehen wurde. Zu diesem Ende machten sie eine Reise nach Ty-
rcl und fingen an, die Modelle in den Steinbrüchen zu entwer-
fen, welche späterhin zu Wien ausgeführt wurden. — Der kunstsin-
nige FürstIoh. B. von Dietrichstein-Proskau lernte, nachG.'s
Heimkehr aus Tyrol, diesen bey dem Director Hagenauer kennen,
und wußte sein Talent dem Director der k. ,k. Manufacturen, dem Hof'
rathe von Keßler, so dringend anzuempfehlen, daß ihn dieser bey der
Pcrzellanfabrik als Modellirer anstellte, welche Stelle er 6 Jahre spnter
mit jener des Modellenmeisters vertauschte und in beyden Eigenschaften
zum Ruhm und Vortheil dieser k. k. Manufactur wirkte, welches I79N
von dcr Akademie der bildenden Künste dadurch gewürdigt ward, daß sie
ihn zu ihrem Mitgliede erwählte.—Endlich, 1792 unternahm er, wor-
nach seit seiner frühesten Jugend die glühendste Sehnsucht seiner Wün-
sche gestrebt hatte, die Reise nach Italien. Er ward auf Rechnung
der Porzellan-Manufactur nach Rom gesandt, wo er aber wegen tu-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie