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422 Gr iesel . — Gr i ge l y .
tion. Auszug aus dcr Geschichte von Griechenland, von dc.-l ftühesten
Zeicen bis zum Tode der Cleopatra; kirchliche und politische Chronologie,
hauptsächlich in Bezug auf die griechische Kirche. Patriarchengesä)ichte
von Constantinopel bis zum Jahre 1<M. Einige dieser Werte werden
jetzt zum Drucke vorbereitet. — Handel. Bereits unter Kaiser Leo°
pold I. war ein großer Theil des orientalisch«» Handels in den Handen
der Griechen (oder Raizen), deren sich immer mehrere in der Stadt Wien
und den Vorstädten, vorzüglich am alten Fleischmarkt und in dessen Nähe,
ansiedelten. Bereits 166? errichtete dieser Kaiser in Wien eine eigene
orientalische Handelscompagnie und befahl die Anstellung eines Lehrers
der morgelüändischen Sprachen an der Universität. Aber diese hoffnungs-
reichen Vorkehrungen zerfielen im Gewirrs der ungar. Unruhen. Mehrere
G. wurden bedenklicher Einverstandnisse verdächtig und diejenigen, wel-
che keine besondere Hoffreyhejt hatten, weggewiesen. Eine günstigere
Epoche trat bereits unter Mar i a Theresia ein, seit dem Toleranz«
edicteIoseph's I I . aber gründete sich der eigentliche OtanzpunctdesHan«
dels der G., der in neuerer Zeit nur durch die Unruhen in Griechen:
land, so wie durch die Zeitverhältnisse etwas weniger bedeutend gewor-
den ist, von dem sich jedoch in der Folge durch die Wiedergeburt Grie-
chenlands vielleicht bedeutende Resultate erwarten lassen. Die gegenwärtig
inWien befindlichen griechischen Handelsleutegeho'ren sämmtlich zur Classe
der tolerirten und sind entweder kaiserl, Unterthanen, welche mit türkischen
Waaren im Großen Handel treiben und ihre Firmen bey dem Mercanlil-
und Wechselgerichte eingelegt haben, oder türkische Unterthanen, welche
mit ihren Firmen protocollirt sind. Erstere Classe ist gegenwärtig nicht
sehr zahlreich und beschränkt sich auf 4 Individuen, letztere hingegen
zählt an 30.
Griesel, Aug. Franz Wenzel, geboren 1783 zu Prag, stu,
dirte daselbst, und bestjmmte sich nach absolvirtor Philosophie für den
Buchhandel, den er 181,1—14 betrieb/ sich jedoch sodann zurückzog,
und bloß als beeideter Bucherschätzmeister verwendete. Er schrieb: An»
giolina, ein Roman; Leipz. 1807. — Albrecht Dürer; Drama. Prag
1820. — Mährchen und Sagenbuch der Böhmen, eb. 1821. — Mo-
naldeschi, Trauerspiel, eb. 1821. — Gemälde von Prag, eb. 1823, mit
Kupf. Sonst Aufsätze und Gedichte in den Zeitschriften: Aurora,
Abendzeitung, Gesellschafter, Friedensblätter, Hesperus :c. Gedichte
und Erzählungen im Taschenbuch Aurora (Prag 1812); redigirte ge-
meinschaftlich mit G erle(s. d.) das
Srigely, Ios., Dr. der Philosophie und der freyen Künste,
emeritirter Senior der Humanitatsprofessoren und Prodirector des lön.
Archigymnasiums zu O fe n, war gehören 176l in der Arvaer Gespan-
schaft Ungarns, vollendete seine Studien in Ofen, und lehrte sodann
durch 32Iahre als Professor der Grammatik und derHumanioren an ver-
schiedenen Gymnasien Ungarns, bis er endli h obgenannte Stelle erhielt,
die er bis an seinen Tod mit Auszeichnung bekleidete. Erstarb den 3!. May
1318. Im Drucke erschienen von ihm außer mehreren lat. Oelegenheits-
schriften: I)e eancaiclia pliilo«oplnae cum religione. Ofen 17l>l»,
dann eine lateinische Übersetzung vbn Stög er's Philosophie und endlich
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie