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Groß-söftrin. — Groß-Ranisa. 429
Comp., Steiner und Comp., Wayna und Comp., Herr-
man von W ertheimst'ein Söhne :c. Die Classe der bürgerlichen
Großhändler ist zwar auch befugt, Großhandel zu treiben, sie sind jedoch
dem Handelsstanbe einverleibt, genießen daher nicht die Privilegien der
privilegirten Großhändlerund haben auch nur einen Fondvon 15—20,000
Gulden auszuweisen, die bedeutendsten derselben sind gegenwärtig: I.
M. Mi l ler und Comp., B env enuti und Comp., I os. Leop.
Gripel, Ioh. Friedr. Kohaut, A. Part l und Comp., I.
Pickel, I. I. Pummerertt. Die griechischen G. zerfallen: 1)
in Griechen, welche österreichische, und 2) in Griechen, welche türkische
Unterthanen sind. Letztere treiben ihren Großhandel entweder bloß mit
tückischen Waaren, oder mit in- und ausländischen Waaren nach der Tür-
key, in Folge der mit der Pforte geschlossenen Verträge, erstere können
jedoch noch ausgedehntere Befugnisse erhalten; beyde Classen sind verbunden
einen Handlungsfond von 10,000 Gulden auszuweisen, letztere ist die
bey weitem zahlreichere. Die Zahl der hier tolerirten israelitischen Han-
delsleute belauft sich gegenwärtig in Wien auf 47, welche meistens mit
Baumwolle, Rohproducten aller Art, Seidenwaaren, Juwelen lc. im
Großen Handel treiben und auch Geld-und Wechselgeschäfte machen. —
In den Provinzen , wo für die G. kein eigenes Gremium errichtet
worden ist, sind sie entweder dem übrigen Handelsstande einverleibt,
oder zu gar keinem Gremium gehörig, indem ihnen die 1775 er-
theilten Vorzüge eine solche Einverleibung nicht auferlegen. Die ersteren
pflegen sich in Böhmen, wegen des zur Incorporation erforderlichen Bür-
gerrechtes, bürgerliche, die letztern aber privilegirte G. zu nennen. Durch
Patent vom 23. May 1774 und Hofverordnung vom 23. Jan. 1775
ist den G.'n das Recht eingeräumt, alle Wechsel- und Commissions-Ne-
aotien ohne Unterschied zu führen und ihre Waaren im Großen zu ver-
kaufen. In Triest sind überdieß die von dem Mercantil-undWechselge»
richte genehmigten G. allein berechtigt, die Aufnahme in die Börse an-
zusuchen. In Ungarn ist der Handel im Großen überhaupt in den Hän-
den der Griechen, Zinzaren (eigentlich Walachen)^und Juden.
Groß-Höflein, ungar. Maiktfiecken im Ödenburger Comitat,
hat 1,200 Einw., eine katholische Pfarre, «ine Poststation und eine an-
sehnliche Rosoglio-und Essigfabrik. Auch ist hier ein Schwefelbad, welches
mittelst eines Dampfkessels geheizt wird.
Groß -Rallo, ungar. Flecken und Hauptort des Szabolcser Co-
mitats, zwischen Sümpfen gelegen, mit 684 Häusern und 5,350 Einw.,.
dem Comitathause und einer Salpetersiederey. Von hier führt ein schnurge-
rader Damm nach dem 5—600 Schritt entlegenen Dorfe Klei n-K allo.
Groß-Ranisa, ungar. Marktflecken im Szalader Comitat, am
Flüßchen gleiches Nahmens, war ehemahls eine starke Festung, deren
Weike auf Befehl Kaiser L eop old's I. 1702 geschleift wurden, und
von der jetzt nur mehr die Trümmer zu sehe» sind. G.-K. ist ein bedeuten-
der Ort mit 5,900 Einwohnern. Die Piaristen haben hier ein Collegium
und ein Gymnasium. Außerdem hat der Ort eine katholische Pfarrkirche,
ein Franciscanerkloster, ein königl. Salzamt, eine Poststation, starken
Handel und berühmte Viehmartte.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie