Seite - 442 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Bild der Seite - 442 -
Text der Seite - 442 -
442 Gustermann. — Gutenstein.
herzogt, baden'schen Ordens der Treue, Großlreuz des^großherzogl. baden'»
schen Ordens vomZähringer-Löwen lc., k. k. Generalmajor und Inhaber des
Infanteri -Regimentes Nr. 60. Er ist lgeboren zu Stockholm den
9.Oct. 1799, studirte in Lausanne und Edinburgh, reiste sodann
nach Wien, und zur Zeit des Congresses 1822 nach Verona. 1825
trat er als Oberstlieutenant von Kaiser Uhlanen in kaiserl. österr. Dienste.
Er nannte sich Prinz von Schweden und verlobte sich als solcher 1828 mit
der niederländischen Prinzessinn Marianne. Der König von Schweden
widersprach jedoch diesem Titel und die Vermahlung kam nichtzu Stande.
Seit dieser Zeit führt der Prinz den oben erwähnten, mit dem Prädicate
königl. Hoheit. Er lebt gewöhnlich in Wien. Den 10. Nov. 1839 ver-
mahlte er sich mit der Prinzessinn L o uiseA mali eStepyanie von Ba-
den, ältesten Tochter des 131,8 verstorbenen Großherzogs C a rl Ludwig.
Gustermann, Ant. w i lh . , Professor der Rechte an der k. k.
Theresiamschen Ritterakademie, k. k. Büchercensor, geboren in Wien,
widmete sich mit unermüdlicher Anstrengung der wissenschaftllchen Lauf-
bahn, erwarb sich mit Unterricht ein beschranktes Auskommen, und ward
von dem öffentlichen Lehrer des Staats- und Lehenrechts an der Wie-
ner Universität, Ioh. Heinr. van der Heyden, durch 8 Jahre
als Fiscus und Correpetent verwendet. Anfänglich versah er das Lehr-
amt aus diesen Fächern und dein öffentlichen.Kirchenrechte bey der ga-
liz. Abtheilung der k. k. Leidgarde unenigeldlich; dann erhielt er 1796
die Correpetitorostelle aus dem Kirchenrechte an der k. 'k. Theresianischen
Ritterakademie, endlich 1797, als dem Zeitpuncte der Restauration die-
ser öffentlichen Erziehungsanstalt, das ordentliche Lehramt an derselben,
wo er bis an seinen Tod verschiedene Zweige derMechtswissenschaft ab-
wechselnd lehrte. 1803 ward ihm wegen seinen literarischen Kenntnisse»
in dem Gebiethe der Jurisprudenz und der Geschichte das Amt eines Cen-
sors übertragen. Er starb zu Wien den 24. Jan. 1823.—Seine Schrif-
ten sind: Kurze Geschichte Preußens mit Urkunden und Anmerkungen.
Wien 1786. — Versuch eines vollständigen österr. Sraatsrechts, 1 Thl.
eb. 1793.— Ungar. Staarsrecht, I.Bd.eb. 1816. —Österr.Kirchenrecht
in den deutschen, ungar. und galiz. Erbstaaten. 3Bde. eb. 1807,2. Aufl.
eb. 1322. — Die Ausbildung der Verfassung des Königreichs Ungarn.
2 Thle. eb. 18 l l. —Formularduch der practischen und gerichtlichen Auf-
sätze für Geschäftsmänner. 2 Thle. eb. 1812. —> Österr. Prioatrechts-
Praris, enthaltend das gerichtliche Verfahren in bürgerlichen Rechtssa-
chen und den Justiz-Geschäftsstyl. 3. Ausg. 2 Bde. eb. 1823.
Gutenstein, niederösterr. Marktflecken im V. U. W. W., wel-
cher in einem vom Geiersberg, Schneeberg und Oller umgebenen Tyale
liegt, welches von der Piesting und dem Öllerbache durchströmt wird.
Zu dem einen Hofe der alten Veste führen Leitern über eine Mauer, an
welcher noch Suuren der vormahligen Treppe sich befinden. Das Schloß
mag in der Mitte des 17. Jahrh, erneuert worden seyn. Merkwürdig ist
auch der Mariahülfberg mit dem Kloster und einer stark besuchten Wall-
fchrtskirche. Man braucht eine Stunde zu seiner Besteigung. Der Sti>
ter des Servitenklosiers ist Johann Balthasar Graf von Hoyo >
(lßlil). Die 1,400 Einwohner von G. sind arm; ihr Haupterwev» l^e» ^
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie