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250 , G V u l « y.
Septemb. 1763 zu Herman nsiadt geboren; sein Vater war F
mavschall-Lieutenant und hatte sich im 7jährigen Kriege sehr ausgezeich-
net. Der junge G. trat 1781 als Cadet ins Regiment seines Vaters,
durchlief schnell die unteren Officiersgrade und war 1789 bereits erster
Major im 2. Banal-Gränz-Infanterieregimente. In dieser Eigenschaft
wohnte er dein Feldzuge gegen die Türken bey, ward den 29. Jan. 1790
Oberstlieutenant und Befehlshaber eines Freycorps/ das seinen Nah-
men führte, und zeichnete sich bey der Einnahme von Czettin durch
seine Anordnungen aus. Da G.'s Regiment 1792 nicht mobil gemacht
wurde, reiste er imNov. nach Wien und erbath sich beymKaiser Franz eine
Anstellung im Felde, wurde auch 1793 mit einem Bataillon zur Armee
des Generals Wurmser an den Rhein geschickt, wo er sich bald be-
merkbar machte, nahmentlich bey Erstürmung der Weiß en bürg er Li-
nien (13. Oct.). In Folge des Gefechtes bey Schweizen heim (1794)
erhielt G. das Ritterkreuz des Maria-Theresicn-Ordens; auch wurde
ihm die Führung eines kleinen Freycorps übertragen, welches jedoch meist
zum Vorpostendienst verwendet wurde; er blieb auch dann noch in diesem
Verhältniß, als er 1795 zum Obersten des 31. Linien-Infanterieregi-
ments ernannt ward, und leistete in den Gefechten beyK aisersla u te rn
wesentliche Dienste. Im Feldzuge 1796 hielt G.'s Freycorps im Iuny
die Gegend zwischen St i l lhofen und Bischofs heim besetzt, und
deckte nach Moreau's Übergänge bey Kehl den Rückzug der schwäbi-
schen Kreistruppen in das Kinzigthal. G. befand sich damahls in der
mistlichen Lage, sowohl von Latour, als von Fürstenberg Befehle
zuschalten, denen nicht gut nachzukommen war. Etwas später erhielt
G. vom Erzherzog Generalissimus den schwierigen Auftrag, die Verbin-
dung zwischen ihm und dem General Fröhlich zu unterhalten, dessen
Corps am obern Rhein und im Schwarzwalde operirend, von der Hauvt-
armee durch einen großen Zwischenraum getrennt war, entledigte sich des-
sen aber mit vieler Einsicht. Bey dem Rückzüge in das Innere befehligte
O. die Arrieregarde Fröhlich's, dessen Corps er den ganzen Feldzug
hindurch zugetheilt blieb. In demselben Jahre wurde G. auch mit beson-
deren Aufträgen nach Italien gesendet, um Wurmser's militärische
Lage an Ort und Stelle kennen zu lernen, und dessen Bericht nöthigen
Falls zu commentiren. Als Beweis von G.'s richtigem Tact muß noch be-
merkt werden, daß General Fröhlich dessen Abberufung aus dem
Grunde hintertrieb, weil er keinen fähigen Vorposten-Commandanten
finden konnte. G. rechtfertigte dieses ehrenvolle Vertrauen bey einer bald
nachher erfolgten Recognoscirung gegen Memmingen, wo er mit I,2NN
Mann nach 8stündigem Kampfe gegen 6000 Franzosen das Feld behaup-
tete. Ein Sturz mit dem Pferde nöthigte ihn auf einige Zeit die Armee
zu verlassen; doch traf er schon den 18. Oct. im Hauptquartiere des Erz-
herzogs Ca r l ein, wohnte mit seinem Regiment der Belagerung des Brü-
ckenkopfs von Kehl bey und erwarb sich die volle Zufriedenheit des Erz-
herzogs. 1797 zum Generalmajor ernannt, ward ihm erst im Feldzuge
1799 die Gelegenheit, sich in einem größeren Wirkungskreise zu versu-
chen. In den Berichten über die Schlachten bey O sterach und St.ock-
a ch wurde G.'s Nahme mit Auszeichnung genannt. Einige Monathe
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie