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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 454 -
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454 H. — Haager von Alensteig/ das Geschlecht. H. H», bedeutet auf Münzen (den ehemahligen vorderösterr.) Münzort Günzburg (Bayern). ^aager von Alensteig, das Geschlecht. Die H. v. A. sind eine der wenigen, noch bis auf unsere Tage gekommenen, altösterr. Fa- milien. —» Sie haben mehrere reiche Geschlechter aufgeerbt, die Pöt- ten brunn, die Steger von St. Veit und die Geyler. Die Ur- kunden von St . F lor ian, Wilher ing und Li l ienfeld zeigen uns die H. in den Tagen des großen Zwischenreiches unter Konig Ottokar und dessen Beendigung durch Rudolph von Habsburg. AlbrechtH. wurde mitgefangen in der Mühldorfer Schlacht zwischen den Gegenkönigen L u d w i g von Bayern und F r ied r i ch dem Schönen, wo die 23 Trautmannsdorfer fochten und Helwig von Wurmbrand zeigte, „wie er's meine." Georg H., Pfleger zu Marchegg, ist eine vielgenannte Person in dem unglückseligen Bür- gerkrieg und Bruderzwist zwischen Al brech t VI . und Fr i edrich I I I . Siegmund H. zu Wickelberg, Hauptmann zu Krems, Oberamt- mann des Donau-Schlüssellandes und Landesuntermarschall, erwarb das Städtchen Al en steig und hinterließ 24Kinder. Siegmund's Enkel, der Oberfalkenmeister, Franz H. verschwägerte sich mit des Kaisers berühmtem Feldherrn Lazarus Schwendi. Früh wendete das Ge- schlecht sich zur evangelischen Lehre und gerieth dadurch in mehrfache un- glückliche und blutige Verwicklungen» Sebastian H. Oberster zu Pfer- de, verdiente seine ersten Sporen unter dem unvergeßlichen Helden Ni- clas Salm in der Schlacht von Pavia, wo jener FranzI . von Frankreich gefangen nahm, in den Schlachten, wodurch er Johann von Zapolya, Gegenkönig in Ungarn, nach Polen verjagte und in seiner löwenkühnen Vertheidigung Wien's wider den großen Soli- man. Darauf stritt er unter L eyva und dem Marquis del Vasto in Italien wider die Franzosen, in Ungarn wider die Türken, in Deutsch- land wider die Genossen des schmalkaldischen Bundes und wider den säch- sischen Churfürsten Johann Friedrich. Sebastian H. hatte 17 Kinder und blutwenig Vermögen. Er wußte gar nicht wovon sich stan- desmäßig zu ernähren. Am meistenAngst machte ihm der Wildfang S i eg- mundH., dem das väterliche Haus viel zu enge war, und der in dem» selben ein Unheil nach dem andern anstellte, bevor er noch das zehnte Le- bensjahr erreicht hatte. Voll Verzweiflung schenkte der dürftige Vater den unbändigen lOjährigen Knaben einem Anverwandten, der ihn besuch- te, einem reichen Edelmann aus Böhmen, Ctibor Od rawsky, der nur bereits erwachsene Töchter hatte, ihn freudig mit sich nahm und in Allem unterrichten ließ, was jene Zeiten zur Erziehung eines Edelmanns begehrten. Aber so war es beym wildenS iegmund nicht gemeint. Ihn trieb es ins Weite hinaus. Er fühlte einen unwiderstehlichen Hang für die Waffen und zwar nicht bloß zu Schimpf und Scherz, in Caroussel und Turnier, sondern zu blutigem Ernst, der über das Schicksal gan- zer Reiche entscheidet. DieZeit war unruhvoll genug dazu und eineganze
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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