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Haase Söhne, in Prag. — Habermann. 459
der meisten vorzüglichen Werke unter den Kunstschätzen der kaiserl. Gallen«
erfreuen und es bliebe eine Fortsetzung dieses verdienstvollen Unterneh-
mens nach guten Zeichnungen, mit Kraft und Wärme ausgeführt, immer
höchst wünscheuswerth. Fehlt es doch Wien keineswegs an Künstlern,
die einer solchen höchst ersprießlichen Unternehmung vollkommen gewach-
sen sind, wovon uns der geniale Kriehub er mit seinen, leider nur aus
wenigen Blättern bestehenden, vortrefflichen lithographirten Copien (wor-
unter besondersPor de no ne'sherrlicheIustina höchst ausgezeichnet), so
wie auchIo h n in seinen warm empfundenenAglajabildern, so schöne Be-
weise lieferten. — Gegenwärtig ist das H.'sche Galleriewerk auch in ein-
zelnen Blattern zu habeu. — Der am 24. Iuly 1826 verstorbene H. war
ein wissenschaftlicher, kunstverständiger und überhaupt ein gebildeter Mann.
Seine Buchhandlung wird von der Witwe fortbetrieben.
Haase (Gottl.), Söhne in Prag. Ihre Buchdruckerey ist
eine der besteingerichteten und größten der Monarchie. Ihre Lettern sind
geschmackvoll, ihre Schwarze ist nicht so öhlig, daß jeder Buchstabe ei-
nen gelben Umkreis hat, wie in mancher andern inländischen Druckerey;
und sie drucken correct. Eine auszeichnende Erwähnung ab r^ verdienen die
Congreve-Drucke, welche sie liefern. In dieser Gattung gehen aus der H.-
scheu Officin sehr schöne Arbeiten hervor, wie so viele Titel, Buch-
umschläge, Affichen, Adressen lc. bezeugen. Die H. sind jetzt Pächter der
Pragerzeitung. Ihre Buchhandlung hat manche interessante Verlagsarti-
tel, z. B. Bundschuh militär.-ökonom. Werke und ziemlich viel Böh-
misches. Ihr neues Pfennig-Magazin: Panorama des Universums, be-
währt in Teri, Druck und Papier, nicht aber durchgängig in Holz-
schnitten, ist jedoch augenscheinlich auch darin schon auf dem Wege zum
Bessern.
Habermann, Carl, Bruder Franz Johann H. des altern,
(s. d.) ward zu Königswarth in Böhmen 1712 geboren. Er war ein
guter Componist, dessen Messen und Offertorien als classisch gelten. Er war
zugleich ein exacter Posaunist, und brachte das Instrument in Böhmen
in solchen Schwung, daß man es sowohl in den Kirchen, als in andern
pathetisch-musikalischen Collegien brauchte. Er starb in Prag den 4.
März 1766.
Habermann, Franz Jot)., des vorigen Sohn, wurde in Prag
1750 geboren, studirte daselbst auf dem Kleinseitner Gymnasium, dann
auch auf der Universität die Philosophie. Er bekam schon in seiner Jugend
den besten Unterricht in der Musik von seinem Vater, der ihn auch zum
Contrapunctisten und Organisten ausbildete. Nach dem Tode desselben
übernahm er die Chorregensstelle in Eger, und hielt sich noch 1799 da-
selbst auf. Er hat mehrere Messen, Oraduale, Arien und Offertorien
im Manuscripte bekannt gemacht.
Habermann, Franz Job., bedeutender Contrapunctist und
Componist, zu Königswart in Böhmen 1706 geboren. Er studirt«
die Humaniora in Klat tau, und die Philosophie, aus der er die
Magisterwürde erhielt, hörte er in Prag. Schon damahls trieb er die
Musik, und machte manche gute Versuche in derselben. U^m sich aber
auch mit dem italienischen Style bekannt zu machen, unternahm er eine
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie