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Habichts! ein. — Hadr.ich.
Reise nach Italien, und suchte bey den berühmtesten Capellmeistern um
Unterricht an, den er auch sowohl iu R o m , als in Neapel und an-
deren Städten Italiens erhielt. Hierauf reiste er nach Frankreich und
Spanien, und hielt sich einige Zeit in beyden Reichen auf. Seine mu-
sikalischen Schriften und die Kenntniß der fremden Sprachen bahnten
ihm den Weg zu bessern Aussichten. Pmnz Conde ernannte ihn 1731
mit einem ansehnlichen Gehalte zu seinem Capellmeisier. Nach dem Tode
dieses Prinzen begab sich H. nach Florenz, wo er beym Großherzog
wieder als Capellmeister angestellt wurde. Diese Stelle bekleidete er mit
vielem Ruhme, verließ sie erst, als sein Mäcen gestorben war, und
lehrte wieder in sein Vaterland zurück. Gerade zu dieser Zeit ging die
Krönung Mar ia Theresiens in Prag vor sich, bey welcher Gele-
genheit er für die Altstadter-Jesuiten eine Oper schreiben mußte, weiche
in Gegenwart dieser von allen Böhmen angebetheten Monarchinn mit vie-
lem Beyfall aufgeführt wurde. Der Ruf, den er dadurch erworben,
scheint den böhmischen Adel, so wie andere seiner Landsleute bewo-
gen zu haben, ihn zu ihrem Meister zu wählen. So gab er einem Gra-
fen Herz an, Czegka, M orzin, Pachta, dem Freyherrn Mär-
ze ll von H ennet,Kund dem nach derZeit sehr verdienten Capellmei-
ster Dussek Unterricht, und bildete die Tonsetzer M y s l i w e c z e k
und Cajetan Vogel aus dem Serviten-Orden im Generalbasse.
Bald darauf trug man ihm auch die Chorregensstelle an der Theatiner-,
dann 1750 an der Maltheserkirche auf, die er mit vielem Ruhme durch
mehr als 30 Jahre verwaltete. 1773 aber wurde er nach Eg er beru-
fen, wo er die Direction der Musik an der Decanatkirche mit einem an-
sehnlichen Gehalte übernahm, und sein verdienstvolles Leben am 7. Apr.
1783 im hohen Alter beschloß. Er gab folgende Kirchencompositionenim
Sticheheraus: 12 Messen, Prag 1746. — 6 Litaneyen, eb. 1747.
Viele Sonaten, Symphonien, Messen, Litaneyen, Vespern, 8alvü
AeZina, wie auch Miserere, 8tabat inatei- dn!oi-o5g und Requiem
sind von ihm, jedoch nur im Manuscripte bekannt. 1749 schrieb er ein
großes Oratorium : (^anve^io peccato i^.«, betitelt, welches in der Mmo-
ritenkirche zu St. Jacob in Prag mit Beyfall aufgeführt wurde.
Als Chorregens an der Maltheserkirche in Prag schrieb er ebenfalls ein
großes Oratorium: Neo^atus 5 (^axxnne 8. ^uann. Nierosnlimit,
ordinis, pestilei-i di-acnnis Kkadenzis interlectoi- betitelt, welches
er 1754 daselbst mit Beyfall aufgeführt hat. In allen seinen musikali-
schen Schriften zeigte er seine Stärke im Contrapuncte.
Habichtstein, bohm. Flecken im Leitmeritzer! Kreise, an einem
große» Teiche gelegen, mit den Trümmern der alten Veste gleiches Nah-
mens, auf einem überhängenden Felsen von seltsamer Gestalt.
Habrich, Aleril lS, ein gelehrter Benedictiner zu Raygern
in Mähren, und Tonkünstler, wurde zu B u s a u in Mäh"" am
vertrat er die Chorregensstelle an der Kirche seines Stiftes, und bildet?
mehrere Jünglinge zu guten Tonkünstlelü. Er selbst spiele die O^
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie