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H a j n i k. — H a l i c z. 479
Friedensschluß diese Truppen dennoch zur ferneren Sicherheit des Vater-
landes erhalten wollte, und sie ohnehin keine fixen Wohnplätze hatten,
so wies ihnen der siebenbürgische Fürst, Stephan Bocskay, ihre
gegenwärtigen Ländereyen an. Sie bekamen ihre eigene Verfassung und
einen eigenen Cavnäl:.
Hajnik, Paul, Doctor der Rechte, beeideter ungarischer Lan-
desadvocar, Beysitzer der Gerichtstafel der Graner Gcspanschaft, Pro-
fessor der Statistik uno des Bergrechtes an der königl. Universität zu
Pesth, war geboren zu Waitzen den 20. Febr. l7?4. Nach einer
sorgfältig geleiteten Erziehung erhielt H. den ersten Schulunterricht zu
P'elsth, studirte darauf durch 5 Jahre in dem Gyttinasium zu Wai-
tzen und bezog endlich, wohl vorbereitet, die tönigl. Universität zu
Pesth. Hier war seine Verwendung so vorzüglich, daß er stets Emi-
nenz erhielt und schon im ersten Iahrcurse des philosophischen Studiums
ein kon. Stipendium bekam. Hierauf studirte er durch 4 Jahre Jurispru-
denz und erlangte dieDoctorwürde in dieser Wissenschaft. 1800 erhielt H.
dieProfessur des ungar. Privat- und Criminalrechtes c>uf der Akademie zu
Preßburg, wurde 1808 in den ungar. Adelstand erhoben und erlangte
bald darauf die Professur der Statistik und des Bergrechtes an der Pe-
sther Universität. Doch kaum hatte er diese ehrenvolle Stelle ein Jahr
lang auf das lobenswertheste verwaltet, als er am 12. Dec. 1309 M,
allgemeinem Bedauern in einem Alter von 35 Jahren verblich. Seine
Zuhörer fühlten seinen Verlust so tief, daß sie um ihn durch 4 Wochen
Trauerkleider trugen. Im Drucke erschien von H. das einzige, jedoch treff-
liche Werk: HislQlia iui'is Iiuntzurici 2 teinpnru 5ancti 8l^nl
tmi i-eZl5 , ad Aloriaze i'sAlianttiln ?rHncizcum I. cum
nonnullarum meiuorai^ilium e rellu« patriis
aruin in gulisi^iuin juventuti« sf-liulazticae per
deducta et in <ak<>IlÄl> dislrilüulll, 3 Thle. Ofen 1807.
Haiapi, Constant., Priester des Ordens der frommen Schuleit
und lateinischer Dichter, war gebo>,e:i zu Unghvät in Ungarn den
5. Aug. 1698. Nach vollendeten Studien trat er in den Plansten-Orden
und unterwies mehrere Jahre die Schuljugend in den Humanitätswissen-
schaften. Endlich wurde er Rector des Collegiums zu Privid i a und
verwaltete dieses Amt auf das Rühmlichste, bis ihu vorgerücktes Alter
und Krankheit nöthigten, sich in den Ruhestand zu begeben. Er gab im
Arucke heraus: Mysi«» versuun, sine ellipsi et «inalueplie editorum,
Tyrnau 1738. — Oclaiuin Ii!>si I I I . , eb. 1742. —I^pißrainiNÄwin
mui-aliuln , aeni^maluin gc lumulurum Iil)ri VI I . , eb. 1744. —
^polußorun, mai-aliuln üloi-i VI . I^Iegiai-uin Iit»ei- unicus, eb.
1747. Mehrere seiner Oden sind so gelungen, daß man sie jenenIac ob
Balde's zur Seite gestellt hat.
Halicz, galiz. Municipalstadt im Staniilawower Kreise am rech-
ten Ufer des Dniesters, in einer fruchtbaren und angenehmen Gegend,
zählt 4,5l)0 Einw., darunter viele jüdische Karaiten; hier sind eine
katholische, eine griechisch-unirteKirche, 2K!öster und reicheSalzquellen.In
geringer EntfeMung von der Siadt erblickt man auf einer steilen Anhöhe
die Trümmer eines alten Schlosses, in welchem die alten Beherrscher des
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie