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480 Halirsch. — Hall, tyrol. Stadt.
Königreichs Halicien oder Oalizien, und später die griechischeil und rom.-
katholischen Erzbischöfe residirten. H. hat einigen Handel.
Halirscl), Fricdr. L.udw., war geboren zu Wie» den7.März
1802. Seine erste Erziehung erhielt er im Hause seines Vaters, Tho-
mas H., welcher als juristischer Schriftsteller und Mitredacteur der von
ihm und Sch ul tes gegründeten: Annalen der österreichischen Litera-
tur, bekannt ist. Nachdem der junge H. seine Studien vollendet hatte,
trat er 1823 in Staatsdienste, erhielt eine Beamtenstelle beym Hof-
kriegsrath und wurde bald in dessen Angelegenheiten nach Italien ge-
sandt. Hier bildete sich sein schon früh gereiftes dichterisches Talent aufs
glücklichste aus und er begann bereits mit den gelungensten Leistungen
seinem Vaterlande Ehre und Freude zu machen, als ihn den 19. März
1832 der Tod hinwegraffte. Seine im Druck erschienenen Arbeiten sind:
Petrarca, eine dramatische Dichtung, Leipz. 1823. — Die Demetrier,
ein Trauerspiel, eb. 1825. —Novellen, eb. 1827.—Der Morgen auf
Capri, dramatisches Gedicht, eb. 1829, welches im Burgtheater zu
W i e n , wie auf einigen andern deutschen Bühnen aufgeführt wurde.
— Balladen und lyrische Gedichte, eb. 1829. — Dramaturgische
Skizzen, 2 Thle. eb. 1829. — Erinnerungen an den Schneeberg. Wien
1831. Auch lieferte er in mehrere Zeitschriften Beytrage, besonders in
die Bauerle'sche Theaterzeitung, bey der er einige Jahre Referent über
das Hofburgtheater war.
Hall, tyrol. Stadt im Kreise Unterinnthal und Wippthal, mit
460 Haus. und 4,500 Einw., am linken Ufer des hier schiffbaren Inns,
mit alten Ringmauern und Wachthürmen geschlossen und zwischen hohen
Gebirgen gelegen. Hier haben die tyrolisch-vorarlbergische Berg- und
Salinendirection, jetzt die neue sogenannte vereinte tyrolisch - salzburg.
Berg- und Salinendirection, welcher seit Nov. 1834 die Geschäfte der
aufgelösten Bergwerksdirection in Salzburg zugewiesen wurden, und
das Berggericht ihren Sitz; auch befindet sich in dieser Stadt das Land-
münzprobieramt, die Münze (im Schlosse Hasegg), ein Fräulein«
stift, ein Gymnasium, das Erziehungshaus des Kaiser-Jägerregiments,
die tyrolische Irrenanstalt, mehrere milde Stiftungen und eine k.k. Sal-
miakfabrik. Dir Pfarrkirche ist groß und der Gottesacker mit Arcadm
und vielen, zum Theil schönen Gemälden geziert. Die größte Merkwür-
digkeit H.'s ist jedoch das Salzbergwerk mit den Sudwerken, die jähr<
liche Salzerzeugung wird auf 280,000 Ctr. angeschlagen. Der Salz-
stock ist in der Tauernalpe, 2 Stunden nördlich von der Stadt, und
der höchste Salzberg in Deutschland (4,568 F.). Da das Salz sehr
unrein ist, wird es im Wasser (in den sogenannten Wehren im Berge
selbst) aufgelöst und durch hölzerne Röhren in das Sudhaus geleitet.
Die Werke beschäftigen bey 540 Menschen. — H. erscheint schon um?4N,
wird aber sicher seit 1236 betrieben, und ist daher einer der älteste»
Bergbaue. Die Stadt treibt starken Handel nach Wien, da der Inn
hier schon größere Schiffe trägt. — Im May 1825 ward im Schlosse
Naggelburg außer H. ein Soolenbad errichtet, welches aber wenig
Besuch fand; in der Gegend liegt das Endricklerbad.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie