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Hall, oberösterr. Marktfl. — Hallaschka.
Hall, oberösterr. Marktflecken im Traunkreise mit 600 Einw. und
Baumwollenverfertigung. Hier ist eine Salzquelle, besonders gegen
Scrophelsucht und die verschiedenen Formen der Drüsen- und Hautkrank-
heiten wirksam. Diese unter ihrm chemischen Bestandtheilen einen reich-
lichen Antheil Jod führende Badequelle hat nun bereits durch mehrere
Jahre die entsprechendsten Beweise ihrer specifischen Wirkung gegen die
genannten Krankheiten gegeben. Das Heilbad zu H. istgegemvärtig durch
eine wohleingerichtete Badeunternehmung in Aufnahme. Vor Kurzem
wurde auch ein eigener Badearzt angestellt.
Hallaschka, Franz Ign. Cassian, Priester aus dem Orden
der frommen Schulen, Doctor der Philosophie, niederösterr. Regierungs-
rath und Referent bey der k. k. Studien-Hofcommission, Director der
philos. Studien und Präses der philos. Facultät an der Universität zu
Wien, Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften des In- und Aus-
landes, ist zu Bautsch in Mähren den 10. Iuly 1780 geboren. In
der Jugend lernte er nebst den Normal- Schulgegenständen, auch Musik,
durch Hülfe der sich in dieser Kunst erworbenen Fertigkeit konnte er
die Orammaticalclassen bey den Piaristen zu Altwasser, die Syn-
tax, Rhetorik und Poesie zu Kremsier hören. Aus den humanisti-
schen Studien ließ er sich 1799 dem Piaristenorden einverleiben. Das
erste Probejahr war im Collegium zu Leipnik, von dort wiesen ihn
seine Ordensobern 1800 nach Altwasser, theils um die 3. deutsche
Classe zu lehren, theils um den philosoph. Studien obzuliegen. Straß-
nitz war 1801, und Ni lolsburg 1802 der Bestimmungsort, wo er
im Ordenshause Philosophie hörte, zugleich auch im erstern Orte die 2.,
im letztern die 4. Normalclasse lehrte, und sich dann der Theologie wid-
mete. — 1803 und 1804 hatte er im Collegium zu Kremsier noch
theologische Wissenschaften fortzusein, und die Principien in der La«
tinität zu dociren. Am 8. Apr. 1804 wurde er in Olmülö zum Prie-
ster geweiht. Im Oct. dess. I. wurde er in die k. k. Theresianische Ritter-
akademie nach W ien berufe», die gerade damahls der böhmisch-mäh-
rischen Piaristenprovinz anvertraut wurde. Hier verwaltete er 1805 und
1806 das Amt eines Prafecten, unterzog sich 1805 an der Nüirersität
in Wien der rigorosen Prüfung für irgendeine mathematische Lehr-
kanzel, und 1806 für eine Lehrkanzel der Physik, worauf ihn sein Or-
dens-Provinzial, Pet. Brückn er, Director der k. k. Theresianischen
Ritterakademie, unverweilt in das Collegium nach Nikolsburg ab-
ordnete, um den Clerikern Logik und Mathematik vorzutragen, im dor«
tigen Gymnasium aber das Lehrfach der Grammatik und Syntax zu ver»
sehen. Nebstbey ward ihm die Präsesstelle des dortigen Lauretanischen
Seminariums übertragen. Im Spätjahre 1807 legte H. in Wien die
strengen Prüfungen aus der Philosophie und Geschichte zurück, und er«
hielt am 24. Oct. von der philosophischen Facultät die Doctorswürde.—
1808 lehrte H. beyder errichteten philos. Lehranstalt in Ni lolsburg
die Physik und Mathematik. — Im nähmlichen Jahre wurde er bey der
errichteten philos. Lehranstalt in B rünn zum Professor der Physik und
angewandten Mathematik ernannt, welches Lehramt er bis zum Ende
des Schuljahres 1814 bekleidete, und dann als Professor dieses Lehrfa«
Oesterr. «ülat. Encyll. Vd. I I . 21 48l
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie