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Handelskammern. — Handlungskrank.-Inst. in Wien. 495
ren Handelsplätzen des Auslandes ernannt, >vo sich dergleichen noch nicht
befanden; die Consulartaren herabgesetzt oder gänzlich abgeschafft, und
in dem Zollgesetze verschiedene Änderungen vorgenommen, wodurch gänz-
lich außer Handel gesetzte Waaren zur Einfuhr erlaubt, die Einfuhrzölle
anderer erlaubten, so wie die Ausfuhrszölle auf verschiedene einheimische
Producte erniedrigt, und manche.Ausfuhrsverbothe aufgehoben wurden.
Außer den schon in Wirksamkeit bestehenden Handelsvertragen wurden
neue, alle auf den Grundsatz der Gegenseitigkeit ruhend, abgeschlossen;
die neuesten und wichtigsten sind jene mit Brasilien (1828), den verei-
nigten Staaten von Nordamerika (1829) und mit Großbritanien (1830).
Der Grundsatz der neutralen Schissfahrt, daß die Flagge die Waare
decke, wurde von Österreich schon 1781 anerkannt, und seitdem streng
aufrecht erhalten; der Schutz der österr. Kriegsmarine aber war in der
neueren Zeit besonders bey dem durch die griech. Seeräuber gestörte» H.
nach der Levante wirksam. Noch größere Begünstigungen erfuhr der
durch die neuangelegten Straßen geforderte Durchfuhrhandel; der Tran-
sitozoll wurde durchgängig bedeutend herabgesetzt, ja für Waaren, die den
Staat von der Seeseite aus betraten, gänzlich abgeschafft; eben so alle
Durchfuhrverbothe mit alleiniger Ausnahme des Schießpulvers, und es
dürfte überhaupt in keinem, andern Staate ein so gemäßigtes Transico»
Zollsystem bestehen» als in Osterreich.
Handelskammern ((Diners di ooinmei-oio, »rti e manu»
fattui-e) im lombardisch-venetianischen Königreiche und in
Dalmatien, sind eigentlich keine Staatsbehörden, sondern aus Pri-
vatpersonen zusammengesetzte Commissionen, deren Präses in der Regel
der tönigl. Delegat ist. Das mailändische Gouvernement hat deren 9 in
den Delegations-Städten und 1 in Chiavenna; das venetianischehat
deren 8 in den Hauptorten der Provinzen und l in Bassano; der Prä-
ses dieser letzteren ist der Podestä von Bassano. — Da.lmatien hat
eine Handelskammer zu Ragusa.
Handlungskranken und verpflegs-Institute in Wien.
Ersteres unter dem Nahmen C onfraternität bekannt, entstand 1745.
Gründer desselben waren die Handlungs-CommislS chweiger, Weigl,
Vol lgruber, Langensee, Schönecker und Pach. Die Mitglie»
der dieser Anstalt leisten jährlich einen kleinen bestimmten Beytrag und
haben dafür Anspruch, im Erkrankungsfalle unentgeldlich aufgenommen
und verpflegt zu werden. Das Locale des Institutes war vordem im allg.
Krankenhause, ist aber seit Kurzem in einem eigenen Gebäude (Alservor-
stadt Nr. 280), dessen innere Einrichtung höchst zweckmäßig ist und in
keiner Hinsicht etwas zu wünschen übrig läßt. In den geräumigen Kran-
kenzimmern stehen sehr reinlich gehaltene Betten, musterhaft ist die hier
beobachtete Ordnung. In einem Seitenzimmer befindet sich sogar eine gut
eingerichtete Handbibliothek zum Gebrauch? für die Kranken. Wie im
vorigen Locale besteht auch hier eine Institutscapelle, i» welcher jähr-
lich am Pfingstmontag das Stiftungefest mit großer Feynlichkeit gehal-
ten wird. Der schöne Altar von Marmor ist von der Arbeit des Hof-
architecten Zobel, das Altarblatt, den Schutzpatron St. Joseph vor-
stellend, von Pellegrini. Die kleine, sehr zierliche Orgel stiftete das
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie