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Hanna, Fluß. — Hanna, Land es strecke in Mahren. 49!)
bis Ende 1768 und absolvirte die Philosophie. Nach geendigtem Curse
ging er 1769 zu der Ökonomie und sammelte sich in diesem Fache prac-
tische Grundsätze und Erfahrungen auf der Herrschaft O d ra u. 1771 —
72 diente er auf den 2 fürstl. Dietrichstein'schen Herrschaften Weiß«
Kirchen und Leipn i l , 1773 zu Bistritz unterm Hostein und end-
lich zu Napagedl. Nach einiger Zeit ging er nach Wien, um seine
Studien fortzusetzen. 1776 betrat er zuerst die schriftstellerische Laufbahn.
1777 wurde er als Custos bey der Olmützer Universitäts-Bibliothek an-
gestellt. In der dort. Ferdinandeisch - Teufenbach'schen Ritterak^,demie lehrte
er die böhmische Sprache und Literatur. 1778 wurde er auch Actuar bey
der Brünner k. k. Studiencommission.— 1785 erhielt er die Oberaufsicht
über die Bibliothek unter d'em Titel eines Bibliothekars und die Bestim-
mung, die Bibliotheken der aufgehobenen Mönchsklöster in Mähren und
Schlesien zu bereisen, und sie vorschriftmäßig zu behandeln. 1791 ward
H. in den Ruhestand versetzt, und 1796 in den Adelsstand mit dem Prä»
dicate vonHankenstein erhoben. — Gedruckt erschienen von ihm un«
ter andern: Empfehlung der böhm. Sprache und Literatur, Wien
1782, 2. Aufl. 1783. — Versuch über die Schissbarmachung der March
und Handlung der Mähren :c., Wien und Prag 1784, 2. Aufl. Brunn
1784^ 3. Aufl. Wien 1795. — Bibliothek der mähr. Staatskunde, mir
Kupf. eb. 1786. — Über die Robothabolition, eb. 1766 und Brunn
1787. (Erschien auch in böhm. Sprache.) — Recension der ältesten sla-
vischen Urkunde, der slavischen Kirchengeschichte, Literatur und Sprache,
aus dem 8. Jahrh. Ofen 1804.' — Ungedruckt blieben zahlreiche Arbei-
ten, z. B. Slawenka. — Geschichte der Olmützer Universität, 2 Thle.—
Geschichte des Hauses Dietrichstein. — Geschichte der schwedischen Be-
sitznahmevonOlmütz 1642—-50, deutsch und böhmisch. — Über die Ver-
einigung der Oder mit der March und der Donau, nebst einem Plan
zu einer nordischen Handlungsgesellschaft lc.H. starb 18U6 zuProßnitz.
Hanna, kleiner Fluß in Mähren, entspringt bey N e bstich im
Brünner Kreise an derGränzedesOlmützerKreises, fließt beyWischau,
Ewanowitz und Niem tschitz vorbey, und fällt unweit Krem sier
in die March. Die H. ist zwar nur ein kleines Wasser, aber vor andern
beträchtlichen Flüssen merkwürdig, weil die daran liegende, schönste und
fruchtbarste Gegend Mährens von ihr den Nahmen Hanna erbalten
hat, so wie auch die Bewohner derselben Hannaken genannt werden.
Hanna, in Mähren, wird jene Strecke Landes genannt, welche
von den sogen. Hannaken bewohnt wird. Ihr Umfang wird auf5Q. M. be-
stimmt. Die H. nimmt ihren Anfang im Brünner Kreise bey Wisch au,
da wo der Fluß Hanna entspringt, und dehnt sich bisKre msier aus, wo
sich jener Fluß in die March verliert. Ihre Gränzen sind: Im Olmützer
Kreise gegen Norden : Posoritz, P lu men au. Litt au; im Prerauer
Kreise gegen Osten die jenseits der March gelegenen Orte Leivnik,
Biskupitz und Holleschau; im Brünner Kreise gegen Süden:
Butschowitz, Napaged! , Austerlitz :c. und gegen Westen die
jenseits des Ursprungs der Hanna gelegenen Orte. DieH. gehört zu den
fruchtbarsten Gegenden Mährens, man baut vorzüglich Weizen, auch
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie