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Hannalnann. — Hanthaler.
wird die Gänsezucht start betrieb?». DieHannaken sind die ältesten sia,
vischen Bewohner Mährens, eigenthümlich in Tracht und Gewohnheiten.
Hannamann, Gctavian 2lug., war 1762 in Wieu geboren,
und batte nach vollendeten Berufsstudien die Bahn des öffentlichen Dien.
stes erkoren, in welcher ev es zum Wiener Magistratsrath brachte.—
In seinen Iugendjahren hatte er sich als Dichter versucht, und einige
dramatische Arbeiten geliefert. Nachmahls aber, wo sein Streben für die
ähnlichen Tendenzen so ganz heterogene Wirksamkeit eines Criminalrich.
ters in Anspruch genommen ivurde, sagte er 5en Musen Lebewohl, und
strebte in die Mysterien der Themis sich einzuweihen. — In einem Send.
schreiben über die Stimmenmehrheit bey Criminalurtheilen trat er offen
gegen die Ansichten dee berühmte» Son nenfels auf, ohne jedoch, wie
es so häusig geschieht, der überwiegenden Autorität Unbescheidenheit ent-
gegenzusetzen/ und gab durch den gehaltvollen Tractat: Über die Oränzli»
nie zwischen Verbrechen und Vergehen, »richtige Fingerzeige für dieses
Fach der Legislatur. Außerdem begann er noch ein umfassendes Werk
über denselben Gegenstand, welches aber wegen seines 1808 eingetrete-
nen Todes unvollendet blieb.
Hamio, Märt./Dichter und Mathematiker, kam in Königgrätz
1526 zur Welt. Schon in seiner ersten Jugend erhielt er eine treffliche
Bildung, und besucht? mehrere deutsche Universitäten. Er sprach eben so
gut griechisch und lateinisch, als böhmisch und deutsch, und schrieb auch
in diesen Svracken. H. starb den 22. Nov. 155N.
Hansiz, Marc., ii, Karnthcn beyder Scadt Vö lkermarkt
den 23. April 1683 geboren, trat schon im Jünglingsalter in den Je»
suiten-Orden, wurde Doctor der Theologie, lehrte in verschiedenen Colle«
gien desselben, und starb den 5. Seot. 1766 zu Wien, als Geschieht«
forscher rühmlich bekannt durchsein«: (^erinynia »aci-a, 3Bde. (von letz-
terem nur der Anfang) Augsb. und Wien 1727—57.— H. vereinigte in sich
die wesentlichsten Eigenschaften des Historikers: Fleisi und rege Aufmerk-
samkeit, gründlich? Kenntnisi alter Vorfälle und Verfassungen, gesunde
Kritik, Wahrheitsliebe, eifrigen Forschungsgeist und die Gabe unter-
haltend, fiiesiend »nd in einem reinenAusdrucke zu erzählen. Als Grund-,
lagen seines Wertes dienten ihm die vorzüglichsten gedruckten und unge-
druckten Urkunden; er theilte manches wichtige Diplom mit, verbesserte
die Zeitrechnung, prüfte und entdeckt? frcymüthig die Fehler seiner Vor-
ganger. Über das Alter dei Klosters S t. E mer an in R eg ensburg
wurde er in einen gelehrten Streit verwickelt. Nach seinem Tode erschie»
nen, aber von il>m selbst noch zmu Druck befördert: .^nalec<a 5eu col-
lectan^a pi-n ni5tnr!a ('a,-im!iiae cancinnanda.Klagenf. 1782; neu
gedruckt, mit einer vorgefundenen Fortsetzung des Verfassers, Nürnb.
1793. Das Werk enthält brauchbare Materialien zu einer Geschichte von
Kärnthen, bis zum Anfang des 9. Jahrhunderts. Was H. zu einerOe-
schichte des Erzbisthums Trier und sonst sammelte, ist ungedruckt geblie-
ben. Mon tecu co li's Kriegsaphovismen übersetzte er aus dem Italie-
nischen in das Lateinische, 2 Thle. Orätz 1716 —17.
Hanthaler, Chrysost., Archivar und Bibliothekar des Cister-
zienserstiftes Li! ienfeldin Nicderösterreich, ein um die altere österr. Ge-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie