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H a n t h a l e r. 5<!l
schichte, dann auch um vaterlandische Dlplomatik, Sphragistik und
Münzkunde vielfach verdienter Gelehrter, war den 14. Iän. 169OzuMa»
reubach iu Oberösterreich von armen Ältern geboren. Seine Erziehung
wurde in Salzburg unter für ihn sehr drückenden Umstanden vollen»
det, wonach er sich dein geistlichen Stande weihte. 1716 wurde er in
Lilien feld eingekleidet, wo er sich auf's eifrigste den Studien, be«
sonders der Geschichte Österreichs in den Tagen derBabenberge, weihte,
wozu ihm das reiche Archiv der Abtey die verläßlichsten Q'iellen both.
Nachdem H. durch lange Zeit die obigen Stellen mir Umsicht verwaltet
hatte, starb er daselbst den 2. September l?54. Er hinterließ 49 ver-
schiedene Werke, vaterländischen Inhaltes, welche sich sämmtlich durch
Natürlichkeit des Styles, methodische Klarheil, und die meisten derselben
durch Quellengülligkeit auszeichnen. Sein größtes und wichtigstes Werk,
die Geschichte seines Stiftes, im gleichen Schritte mit jener der Bäben»
berg'schen Herzoge zu Osterreich und Sceyer, erschien in 4 Foliobänden
unter dem Titel: I''a»li lüampililiensezetc,, Linz l730—45. Die 2 letzten
und wichtigsten Bände blieben jedoch, da den Verfasser über seiner Arbeit
der Tod ereilte, als Handschriften liegen und kamen, bey Aufhebung des
Stiftes 1789 in die kaiserl. Hofbibliothek nach Wien, die dazu gehö-
rigen Kupferplatten aber (diplomatisch-getreue Abbildungen aller Grad»
mähler, Insiegel, Bullen, Monogramme zc. e/tthaltend) mildem übri-
gen Kupfergeschirr und Kücyengerach auf den Trödel und nur ein wun-
dersamer Zufall brachte sie nach vollen 22 Iahreu in die Hände des da?,
mahligen Abtes Pprker (nun Erzbischof von Erla u), der jenen Nach-
laß in 2 Foliobanden mit 49 großen Kupferplatten unter dem Titel her-
ausgab: l^astu^lirn dampililienziulii Olii'ysostoini Hantl^Ier cun-
tinuatio, 5«>a i°ecenzus AünealnAlcn-tliploinaticu« arcliivi <üaliipi-
lilien5i5, Wien 1818, wodurch dieses höchst nützliche Werk, worin H>,
alle Begebnisse seines Slifces in beständiger Verbindung mit derLandes«
und Eulturgeschichle, die ganze Folgereihe geistlicher und weltlicher aus-
gezeichneter Personen, die irgend ein Mahl im Lilienfelder Archive vor-
kamen und alle über sie, wo immer aufzufindende Daten, mit möglichster
Vollkommenheit zusammeureihte, vervollständigt wurde. Über 900 ade-
lige Geschlechter, viele bereits erloschen, viele ausgewandert, sehr viele
aber noch lebend und blühend, hat H. in dieser Arbeit von seltener
Gründlichkeit und ungeheurer Mühe urkundlich erläutert. Hier finden
sich ihre ältesten Siegel und Wapen, >ele bemerkenswerthe Spur ihres
Daseyns, ihre Schicksale, ihre Verdienste, ihre Stammbäume, An-
sprüche, Besitzestirel u. s. w. Besonders sind die Stammbäume und Artikel
über dieLiechtensteine, Trautmaiinsdorfe, Iö rger, Sinzen-
dorfe uud Pottendorfe, Pillichsto rfe und K u en ringe, Ha-
ger, Hardegg, Gil leis, Wildeck, Ochsenbnrg, Fünftirch e>,,
Mertenstein, Rogendorf, Neidegg u. m. a. wahrhafte Mu>
ster schn'fslnniger und getreuer Geschlechtstafeln. Außerdem zeichnen sich
noch von H/s Werken vortheilhaft au5: liolulll« anecclulae <:t «-lir«»-
ica« illustsis stirpi« üaliel'liei^i^ß, Krems 1741. — (^rala p^o
meinnria eorunl, ^uorlim pietgte vallis de Oamsiu I^ iüs»»
et »uri-exit et ersvit, 3 Bde. Linz 1744—55, dann auch durch
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie