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5<»(j Häromszöker Stuhl. !
leit erregten und besonders von Töpfern, welchen er die geschmackvollsten
Muster für Stubenöfen lieferte, häusig gesucht wurden. Bald darauf
erhielt M e i s l von dem damahls regierenden Fürsten Aloys von
Liechten stein den Auftrag, das in der Herrengaffe befindliche fürstlich
Liech t enstein'sche Palais herzustellen. H. entwarf den Plan zu der
Fa^ade und ihm war es auch aufbehalten, dieselbe mit fürstlichem Aufwan-
de zur Ausführung zu bringen und die vollständige, schöne, architektonische
Einrichtung des Palastes zu bewerkstelligen, da M e is l während des Baues
starb, worauf ihm der Fürst die erledigte Stelle eines Architecten ver-
lieh. In der Folge lieferte H. auch die Zeichnung zu dcm orientalischen
Thurm in dem herrlichen L iechten Hein'schenParke zuEisgrub und
führte auch dessen Bai; mit genialer Überwindung aller localen Hinder-
nisse aus. Nach dem Tode des Fürsten Al oy s erhob ihn der jetztregierende
Fürst Johann zum Baudirector und überließ ihm die Ausführung aller
jener berühmten gigantesken Bauten und Anlagen auf den fürstl. Herrschaf-
ten Eisgrub, Fe ldsberg, L und en burglc. Nebstbey war H. auch in
anderen wissenschaftlichen Zweigen thätig, und zeichnete sich in mehreren
derselben durch äußerst geniale und gemeinnützige Erfindungen aus, so
erfand er z. B. eine neue Art von Malzdörre, welche nicht nur die ror-
theilhaftesten Mittel zum Trocknen des Holzes darbiethet, sondern auch den
Holzbedarf um mehr als die Hälfte mindert, dann eine eigene Arc von
Ziegeln, welche compacter als die gewöhnlichen sind und sich in einem
Zeiträume von mehreren Jahren, mit Mauerkitt verbunden, zu einer
Art von Steinmasse verharten, endlich das vortheilhafl bekannte Wie-
ner Steingut, auf welches H. schon 1798 eine k. k. Landesbefugniß er-
hielt und die allgemein als vortrefflich anerkanntenH.scheu Bleystifte, durch
deren Erfindung H. einem fühlbaren Bedürfnis; abhalf und worüber er
18N4 ein k. k. Privilegium erhielt. (S. auch Bleystifte, Graphi t ,
Steingut.) ILld erfand er den künstlich nachgeahmten Bimsstein, wo-
durch der ächte auf das vollkommenste ersetzt wurde (18 I I privil.), balddar-
auf die nunmehr allgemein bekannten und benutzten elastischen Schreidta-
feln(I8N privil.), endlich sein Neapelgelb, welches das Originalvroduct
an Schönheit uud Haltbarkeit weit übertrifft/ und seine schwarze Tusche,
welche, aus ganz gewöhnlichen Stoffen bereitet, ihrer Wohlfeilheit un-
geachtet, ein tüchtigesSurrogat der theuern chinesischen liefert.Dieser thätige
und verdienstvolle Mann starb den 23. May I81Ü. SeineSohneL udw.
und Carl setzen die Erzeugniffe seiner Erfindungen mit Thätigkeit fort.
Häromszeker Stuhl , im Lande der Szekler in Siebenbürgen;
dieser machr nicht nur einen einzigen Stuhl aus, wie es auch nach seiner in«
neren Einrichtung der Fall ist; sondern unter dem Nahmen des H. S.'es
wi d ein Landstrich von 55-^- geograph. Q. M. verstanden, dessen
Haupteintheilung weiter in den Repser Stuhl zu 1 ? ^ Q. M., in
den Kesdier Stuhl zu l5^_ Q. M., in den Ordaer Stuhl zu !5^>
Q. M>, und in den Miklosvärer Stuhl zu 5^s- Q. M.; dann in die
Gebiethe der Taral-Ortschaften Rep si-Szen t-G y ö rgy, I l lye-
falva, Kezdi-Vasärhely und Beretzk geschieht, in welchen al-
le,-, zusammen 2<1,6<>() Einwohner gezählt werden. Jeder von diesen 4
Stühlen hat seineu Vice-Königsrichcer, welchem aber wieder ein Ober-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie