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H a r r a c h , d i e G r a f e n . 307
Königsrichter vorgesetzt ist. — Die Einwohner des H. S. sind Szek-
ler und nähren sich meistens vom Acker- und Flachshau, von der Vieh -
uno Bienenzucht; den Gebirgsorten kommt das Vranntweinbrennen zu
Hülfe. Wegen der hohen Terrainlage gedeihen hier nicht alle Früchte, die
sonst in Siebenbürgen erzeugt werden, aber der Boden ist darum doch nicht
unfruchtbar und ein ergiebiger Bergbau auf Salz, Schwefel und Kupfer,
und die »»echten aber doch immer merkwürdigen Diamanten beyOsdola
vermehren die Schätze dieses Landstriches.
Harrach, die Grafen, deren Stammhaus die vorlängst zerstörte
Burg Rüben oderRumb, auf dem Gebiethe des Stiftes Ho henfurt
zwischen Krumau und Ho ritz, in dem Budweiser Kreise Böhmens,
zu seyn scheint. Benisiusv. Horach erscheint, mit seinen Brüdern
Johann und Johann Bohuslaus, unter den Zeugen der Urkun-
de, worin Heinrich uud Witko von Rosenberg dem Kloster Ho-
he nfurt das Patronatrecht zu Rotz verleihen (den 19. März 1272),
Ben isiusv.Horach, dannAlb eroundB udisla us, in einer andern
Urkunde von 129 l, worin Smilo von Gratz e n, ebenfalls einWitko,
dem Kloster H oh enfurt die Pfarrey Neichenau übergibt. Przib is-
law von H. starb 1289, ruhet in dem Kloster zu Wit t ing au; seine
Sohne Wohunko, Wusko und Theoderich scheinen sich zuerst
nach Österreich gewendet zuhaben. Wo h unk o starb 1325 und Wusko
1340, sie fanden ihre Ruhestätte in dem österreichischen Kloster B a um-
gartenberg. Theoderich starb 1336. Paul , einer seiner Söhne,
Bischof zu Gurk 1340, zu Frey singen 1359, machte sich als ein
guter Haushalte.r um das letztere Hochstift sehr verdient und starb
den 23. Iuly 1377. Bernhard, ein anderer von Theoderich's
Söhnen, besaß die Burg Bar ten stein, an der großen Mühl,
Johann, der Landrichter zu Freystadt, die FesteBieberstein,
ebenfalls im Mühlviertel gelegen, Ulrich aber, der jüngste, wurde
durch seinen Enkel Leonhard, der Ahnherr aller heutigen Grafen von H.,
Leonhard, Landeshauptmann in Kärnthen und einer von Kaiser
Friedrich's I I I . Begleiter auf der Pilgerfahrt nach dem heiligen Lan-
de, starb 1461; sein Enkel, Leonhard I I I . , der erste.Freyherr
seines Geschlechtes, war Kaiser Ferdinand's I. geh. Rath und Hof-
kanzler und des Erzherzogs Carl von G rä tz Obersthofmeisier, gelangte
auch durch Erbschaft von seiner (Großmutter, Ursula von P o l a n t, zum
Besitze der wichtige» Herrschaft Rohrau, V. U. W. W., gleichwie
dessen Söhne, Leonhard IV., k. k. Obersthofmeister und Oberstkämme«
rer, Ritter des goldenen Vließes, von Kaiser Maximil ian I I . am26.
März 1565 mit dem Oberst-Erblandstallmeisteramte in Osterreich ob der
Enns, für sich und seine männliche Nachkommenschaft belehnt wurde.
Dessen Sohn, Leon h ard V., war k. k. Bothschafter an dem päpstlichen
Hofe und von 1577 — 81 Landeshauptmann in Osterreich ob der Enns;
sein jüngerer Sohn Carl, geb. 1570, st. 1628,KaiserFerdinan d's I I .
Liebling, geh. Rath, Kämmerer und Hofmarschall, erhielt durch Diplome
vom IN. Aug. 1624 und 25. Aug. 1625 verschiedene Privilegien, als
das Recht, Hochgerichte und Mauthen anzulegen, Gold-und Silbermün-
zen unter seinem Brustbild und Wapen, aber nach kaiserlichem Mü
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie