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H a r r a ch, d i e G r a f e n . 509
zu erhalten, verfehlte er gänzlich, doch ohne sein Verschulden. Verrathen
und verkauft von allen denjenigen, die in Madrid berufen waren,
Österreichs Interesse zu fördern, ohne Unterstützung von seinem Hofe,
angefeindet von seinen College» in Wien, bleibt ihm doch das Verdienst
Alles gethan zu haben für seine Sache, was in eines einzelnen Men-
schen Kräften liegen konnte, und Ludwig'sXIV. Gesandter, derMar-
qin's vonHarcourt, musite seinen Sieg theuer genug erkaufen. Aufsein
inständiges Anhalten endlich von Madr id abberufen starb Ferdinand
Bonaventura in Carlsbad, den 15. Iuny 1706. Durch Ver-
gleich (ll>88) hatte er seiner Linie den Besitz der Fideicommißherrschaften
Stauff und Asch ach, und B ruck an der Leitha gesichert. Seine
Gemahlinn, die Gräfinn Johanna Theresia v. L amberg, hatte
ibm 4 Söhne geboren. Der älteste, Car l , blieb vor Ofen/ 1686.
Der zweyte, Franz Anton, geb. den4. Oct. 1665, widmete sich dem
gastlichen Stande, erhielt, noch vor beendigten Studien, eine Dom-
vfründe zu Sa lzb urq, und eine andere zu Pa ssau, wurdeDompropst
zu Passau, des Cardinals von Lamberg Generalvicarius, und
Präsident des geistlichen Ratks, 17N2 Bischof zu Wien, 1705 Coad-
jutorund 1709Erzbischof zu Salzburg. Unmittelbar nach seiner Coad-
jntorwahl resignirte er das Bisthum Wien, wogegen er, durch kaiserl.
Diplom, doch nur für seine Person, in den Reichs-Fürstenstand er-
hoben wurde. Als Erzbischof vollendeterer den Residenzbau zu Salz-
burg, erbaute die neue Sommerresidenz Mirabel l , ein Denkmahl
seines Kunstsinnes, regierte überhaupt mit Weisheit und Würde, und
stavb den 18. Iul . 1727, nachdem er noch für seine Familie dieDeutsch-
ovdenscomtkurcy zu Liuz, die nur ein H. besitzen kann, gestiftet.
Scin jüngster Bruder, Ioh ann Phi l ipp Joseph, geb. den 22.
Oct. 1678, war des deutschen Ordens Ritter, und Landcomchur der Bal-
ley Osterreich, k. k. geh. Rath, Oeneral-Feldmarschall, Hofkriegsraths»
Präsident und Inhaber eines Infanterieregiments. — Aloys Thomas
Raymund endlich, des Grafen Ferd. Bonaventura dritter Sohn,
geb. 7. März 1669, Ritter des goldenen Vließes, war von 1698—1701
l. k. Gesandter in Spanien; er sollte nähmlich seinen Vater in der
schwierigen Unterhandlung um die Thronfolge ersetzen. Aber auch ihm,
dem ohnehin des Vaters Ansehen fehlte, war das Glück nicht günstig, und er
musite ruhig zusehen, wie die franz. Parthey sich mit jedem Tage verstärk«
te. 1715 wurde ev zum Landmarschall und General-Landobersten in Oster»
reich unter der Enns, 1728 zum Vicekönig von Neapel, und nachdem
dieses Amt 1733 abgelaufen, 1734 zum Conferenzminister in dem De-
partement der Finanzen ernannt. Er erbaute das Capuzinerlloster zu
Hatvän, in dem Heveser Comitat in Ungarn, welche wichtige Herr-
schaft ihm von dem König verliehen worden, stiftete zu Oberbranna
ein Hospital für 6 Manns- und 6 Frauenspersonen, und starb den 7. Nov.
1742. Carl Joseph, sein zweyter Sohn, Domherr zu S alzburg
und Passau, st. 1720, Wenzel, Maltkeserritter und General der Or-
densgaleeren, k. k. Oberster, blieb in der Schlacht bei Parm a 1734,1 oh.
Ernst, ^udiwr rntae, kaiserl. Minister zu Rom, Bischof von Neu-
tra, starb den 17. Dec. 1739. Ferdinand Bonaventura, geb.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie