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5ii Hartcnschneider. — Hartig, die Grafen.
Hartcnschneider, Udalrich, Professor am k. k. Lyceum zu
Kremsmünster, Bibliothekar und supplirender Professor der Natur-
geschichte daselbst, ist geboren zu Linz dcn 21. Jan. 1781, siudirte
von 1790—95 im dasigen Gymnasium und 1795—9? im Lyceum mit
Fleiß und Erfolg, und widmete sich hieraufim Benedictinerstifte Krems»
münster dem "theologischen Studium. Den 2. October 1L02 legte er
die feyerlichen Ordenegelübde ab und erhielt die Stelle eines Catecheten
an der Hauptschule daselbst. 18l)3 erhielt er ^u Linz die Priesterweihe
und wurde sodann Professor der Theologie in seinem Stifte, nebenbey
versah er die Seelsorge der Pfarreyen Thalheim, Steinhaus
und Sipp a chz e l l . 1804—6 trug er auch die Kirchengeschichte, von da
an aber bis 1820 die Universalgeschichte am dasigen Lyceum mit vieler
Auszeichnung vor und bildete mehrere sehr geschickte Schüler. 1830.
erhielt H. die Administration der Stiftt-pfarre Ried und noch im sel-
ben Jahre als Supplent das Lehrfach der Naturgeschichte, auch die
Stelle eines Bibliothekars und Oastmeisiers, bey welchen gehäuften Be-
schäftigungen die Anyeimsagung der ihm bereits lieb gewordenen Pfarr-
Administration unerläßlich wurde; doch nahm cr noch aMhülfsweise den
sonu- und feyertaglichen Gottesdienst derMarktpfarre Hal l auf sich. Als
frucht seines eifrigen und anhaltenden Studiums der Geschichte seines
Stiftes ist seine gediegene Bearbeitung der Annalen desselben, welche als
ll). Band der kirchlichen Topographie (s. d.) erschien, ehrenvoll zu nen-
ncn. Gehaltvolle Beyträge lieferte er auch in Ho rmayr's Archiv.
Hartig, die Grafen, ein altadeliges Geschlecht, schlesischen Ur»
sprungs, welches sich im 17. Jahrhunderte aus der Lausitz nach Osterreich
und Böhmen wendete. Ioh. Isa ias v. H>, war 1662 kais. Hofsecretär,
dann Hofraih und geh. Referendar bey der böhm. Hofkanzley in Wien,
wurde 1669 vom Kaiser Leopold I. sammt seinen Nachkommen in den
Reichsrittersiand, 1707 von Joseph I. in den Freyherrnstand erhoben.
Dessen Sohne Anton Isaias und Ludwig I os. stifteten, ersterer
die altere österreichische, letzterer die jüngere oder böhmische Linie. — I . Ä l«
tere Linie in Osterreich; deren Stifter Anton Isaias, Freyh.
r. H. war 1709 Reichehofrath, dann kaiserl. wirtl. geh. Rath und Reichs-
hofraths-Viceprasident. 1734 wurde er von Kaiser Carl VI . sammt
seinen Brüdern und Nachkommen in den Neichsgrafenstand erhoben. Er
vermehrte auch durch Kauf und Tausch die Familiengüter ansehnlich.
Anton Casimir Graf v. H. war 1740 taiserl. wirtl. geh. Rath und
erster Hofrath bey der obersten Iusiizsielle, dessen Sohn Ant. Franz
Nav. Graf v. H. starb ohne männliche Nachkommenschaft, womit diese
Linie erlosch. — 1l. Jüngere, oder böhmische, noch blühen«
he Linie. Stifter derselben war der obgenannte Ludwig Ios. Graf
v.H., Beysitzer des königl. Landrechts in Böhmen. Dessen Sohn, Franz
Adam Graf v. H., war 1761 Beysitzer des größern Landrechts in Böh-
men, dann k. k. geh. Rath, wurde bevollmächtigter Minister an ver-
schiedenen Höfen, zuletzt bey den fränkischen und schwäbischen Reichs-
trcisen, dann Commandeur des ungar. St. Stephan-Ordens. Franz
d e Pau laAnt . Graf v. H., dessen Sohn, geh. Rath, Kämmerer,
Großkreuz des St. Stephan-Ordens, Präsident der königl. böhm. Oe-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie