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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 516 -
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5l6 H a r t l. mußte sich nach Hannover bringen lassen, um sich dort der ärztlichen Hülfe Z immerman n's zu bedienen. — Nach seiner Rückkehr ins Va« terland errichtete er beträchtliche Sammlungen im Fache der Naturge« schichte und der Experimentalphysik. 1794 wühlte ihn die Gesellschaft der Wissenschaften zu Prag zu ihre»! Präsidenten. — Noch in der letzten Zeit seines Daseyns beschäftigte er sich mit einer Sammlung morali» scher Gedichte, welche in der Folge im Druck erschienen sind. Er starb den 1. May 1797. Die von ihm zurückgelassenen Herrschaften Nie» mes, Warcen berg und Al ta i ch a in Böhmen gingen auf seinen Sohn Franz (de Paula) Grafen v. H., geboren zu Dresden am 5. Iuny 1789, über, welcher auch die ausgezeichneten Talente seines Vaters er« erbte. Er betrat die politische Diensteslaufbahn, erlangte die Beförde« rung zum Gubernialrath in Brunn 1815, dann zum Hofrath bey der vereinigten Hofkanzley in Wien 1820, wurde bald (1823) geh. Rath und Gouverneur m Steyermark, 1830 aber nach dem Tode des Grafen Strassoldo kam er von Grätz nach Mai land auf seinen gegen« wärtigen Standpunct als Gouverneur in der Lombardie. Hartl, Edler von Luchsenstein, I"s, war zu Wien den 27. Iuly 1760 geborene Bereits im 22. Jahre seines Lebens wurde er zum österr. -kaiserl. Hofagentui ernannt und bekleidete dieses öffentliche Amt mit solchem Patriotismusvund einem so gemeinnützigen Hange zum Wohlthun, daß ihn KaiserFranz 1799in den österreichischen Adelstand erhob. 1802 errichtete H. die Pottendorfer Spinnfabrik, ein ungeheures Werk, welches, England ausgenommen, in Europa nicht seines Gleichen hat. Eine Menge erwerbloser Menschen fand hierdurch hinrel« chenden Unterhalt und ein so nützlicher Zweig der inländischen Manufac» tur, den man vor 25 Jahren in der österr. Monarchie noch kaum dem Nahmen nach gekannt hatte, sing unter dem Schutze der Staatsverwal- tung an, sich immer mehr zu verbreiten. Bey der 1803 errichteten Hof« commission zur Regulirung der Wohlthätigkeitsanstalten erwarb sich H. durch seine rastlose Tyätigceit und einsichtsvolle Verwendung als Referent um das allgemeine Beste die bedeutendsten Verdienste. Er opferte diesem würdigen Geschäfte seine Stelle eines laiserl. Hofagenten. Mitgleichem uneigennützigen Eifer übernahm er 1817 das Referat über den gestifteten Verein zur Unterstützung de>r Nothleidenden. 1821 trat er der ersten österr. Sparcasse als Stifter bey. Allein besondereAnerkennung verdient der durch seine Idee und den Beytritt anderer würdiger Patrioten 1813 gestiftete Verein zur Unterstützung kaiserl.-österr. Invaliden. 1803 wur» de er zum k. k. Regierungsrathe ernannt, 1808 wählten ihn die Stände von Steyermark und Kärnthen zum Landstande beyder Herzoglhümer; 1809 fand sich Kaiser Franz bewogen, ihm das Ritterkreuz des österr.« kaiserl. Leopold-Ordens zu verleihen und 1815 ward er mit dem Ti< tel eines k. k. Hofrathes ausgezeichnet. Unter allen kaiserl. Hofagenten war er der Erste, dein eine so hohe Würdigung zu Theil geworden ist, es war aber auch kein Zweig des Wohlthuns, den er nicht mitgepfianzt oder gepflegt, kein Gewerbe, das er nicht begünstigt oder erhoben, keine Kunst, die er nicht geliebt oder verbreitet, kein Tag seines Lebens, an
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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