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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 519 -
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H a r t m a n n. der Krankheiten nach der Regel und nach der Mode, ein gediegener und inhaltsreicher Aufsatz, der dem practischen Arzt uugcmein viel Belehrung gewährt. 1814 erschien in Wien von ihm: ^'n^ni-iamardi 8eu l?atlin- lozia ßeneraliZ, als Handbuch zu eigenen Vorlesungen bestimmt. Die- ses hochwichtige Werk war nicht bloß eine höchst willkommene Gabe für seine Schüler, sondern auch von so entschiedenem Nutzen für die Beför- derung der medicinischen Wissenschaften, dasi es nicht bloß auf allen Uni- versitäten des Inlandes, sondern auch auf mehreren ausländischen medi- ciüischen Anstalten als Lehrbuch gebraucht ward. Dieses Werk wurde in einer gründlichen und gelehrten Recension der Halle'schen allgemeinen Literaturzeitung als der Licht- und Haltpunct der mannigfaltigen patho« logischen Bestrebungen neuerer Zeit betrachtet und H. für den ?r!ncep8 I'atnolazai-uln erklärt. (Diese Theorie erschien deutsch, Wien 1823.) 1816 folgte für sein zweytes Lehrfach ein Vorlesebuch: I'kai-maeolazi» dvnamica (2 Bde. Wien), ein Werk, das durch gründliche Wissen- schaft, Vollständigkeit und Klarheit, verbunden mit bündiger Kürze, als ein Muster in diesem Fache betrachtet werden kann. 1829 gab er heraus: Der Geist des Menschen in seinen Verhältnissen zum phy- sischen Leben, oder Grundzüge zu einer Physiologie des Denkens für Arzte, Philosophen und Menschen im höheren Sinne des Wortes (Wien 2. Aufl. eb. 1832), welches Werk H.'s Nahmen nicht nur in dem Ge- biethe der medicinischen Wissenschaften einen bleibenden Ruhm verschaff- te, sondern ihm auch in der Geschichte der Philosophie und der Geschichte des Bildungsganges der Menschheit, überhaupt für alle Zeiten einen ehrenvollen Platz sicherte. H.'s große Verdienste um die Beförderung der Heilkunde fanden auch im Auslande gerechte Würdigung und Anerken« mmg; er wurde in den Jahren 1816, 1820, 1823 und 1827 zum Mit- M'ede mehrerer gelehrter Gesellschaften erwählt. Ja selbst auswärtige hochsinnige Regierungen suchten diesen Genius unterglänzenden Verhält- nissen für sich zu gewinnen. 1814 wurden ihm von Seite Rußlands An- träge gemacht; 1319 erhieltereinen Ruf zum Lehramte der practischen Heilkunde an der preußischen Universität zu Bonn, und 1823 einen höchst vortheilhaften und mit großen Auszeichnungen verbundenen An° trag zur Übernahme der Dirsction der königlichen Charite und eines Lehramtes der Heilkunde zu Ber l in ; doch selbst diese glänzenden An- trage konnten den bescheidenen und in der Liebe für Osterreich festgewur- zelten M>mn nicht bewegen, seine ausgezeichnete und wohlthätige Wirk- samkeit an der Hochschule zu Wien zu verlassen. Seine Anhänglichkeit, Treue und eifrige Verwendung fand bey dem Kaiser Franz volle Aner- kennung, der ihm aus eigenem Antriebe 1819 eine Pevsonalzulage von 509 Gulden bewilligte und als durch die Beförderung des seithevigenDi« rectors des allgemeinen Krankenhauses, v. Raima un zum 2. Leibarzte des Kaisers, zugleich das Lehramt der Klinik und speziellen Therapie er- ledigt war,wurden diese Lehrfächer H. provisorisch übertragen. Die Schü- ler des 4. und 5. Jahres der Medicin waren über diese Wahl höchst er- freut, aber diese Freude wurde bald für sie in die tiefste Trauer verwandelt. H. endete seine Laufbahn am 5, März 1830.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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