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Hasenhut. — Haslinger.
l?56. Seme beyden Hauptwerke sind: 5? uncwmerna ß
rum piaecipuai-nm lin^uarurn orienlaüuin, Heliraicae et
claicae, Prag 1743/ undl^exicon Nebi-aico-dl'aaldaicuin, eb. 1743,
ein ungenügeudes Werk.
Hasenhut, 2lnt., seiner Zeit sehr beliebter komischer Schauspieler
in Wiener Localstücken, :vurde 1766 zuPeter ward eingeboren, als sich
sein Vater, ebenfalls Komiker, mit einer wandernden Truppe daselbst be-
fand. Schon frühzeitig für das Theatergebildet, versuchte sich H. auf ver«
schiedenen Bühnen nicht ohne Beyfall, erhielt in Wiener-Neustadt,
in Odenburg und endlich im Theater in derL eopoldst adt zuWien
Engagements, wo er in mehreren carrikirten Rollen gefiel und sich beym
Publicum beliebt zu machen wußte. 1803 wurde H. beym Theater an
der Wien äußerst vortheilhaft engagirt, wo er im Fache der Dümmlinge
außerordentlichen Beyfall erhielt und so reichliche Einnahme genoß, daß
.er sich, bey sparsamerer Lebensweise, welcher er sich jedoch nie fügen
konnte, leicht ein sorgenfreyes Alter hätte sichern können. Einige Kunst»
ausfiüge nach Orätz, Prag, Linz, Salzburg, ja selbst Mün°
chen, Fra nkfurt und R egensburg trugen ebenfalls an Geldund
Beyfall reichliche Früchte. Nach dem Tode seiner ersten Frau verheyra-
thete sich H. mit einer jungen Tänzerinn,, von diesem Augenblick aber
schien ihm Fortunens Gunst abhold-zu werden. 1817 unternahm er in
der Ferienzeit eine Reise nach Ber l in , und gab daselbst eine Gastrolle
mit so unglücklichem Erfolge, daß er den folgenden Tag auf das eiligste
wieder abreiste; die ungünstigen Verhältnisse, welche bald darauffürdas
The,tter an der Wien eintraten, verminderten seine Einnahme beträcht-
lich, sein vorgerücktes Alter legte seinem stereotypen Rollenfache unüber-
steigliche Hindernisse in den Weg, der Beyfall verminderte sich und er
loste 1819 gegen Vergütung seinen Contract auf und trat vom Theater
ab. Seit dieser Zeit fanden noch mehrere mißliche Umstände Statt, die
meisten seiner Pläne mißlangen und er fand sich endlich zu mehreren
Schritten genöthigt, die allgemeine Wohlthätigkeit in Anspruch zu neh-
men. So gab er z. B. seine eigene Lebensbeschreibung unter dem Titel:
Launen des Schicksals, oder Scenen aus dem Leben und der theatralischen
Laufbahn des Schauspielers A. H., Wieu 1834, nach einer sehr linki-
schen oberflächlichen Bearbeitung von F. I. Had atschzu diesem Zwecke her-
aus. H.'s beliebteste Rollen waren: Rochus Pumpernickel, Lehrjunge i» .den
bürgert. Brüdern und Lorenz im Hausgesinde und dem gebesserten Lorenz.
Haslinger, Tobias, k. k. Hof-und priv. Kunst-uud Musika»
lienhändler inWien, ist geboren zuZell in Oberösterreich den I.März
l787. Als Sängerknabe bey dem Domcapellmeister G l ö g g l in
L inz widmete cr sich vorerst ganz der Musik, wurde später in dessen
Musikalienhandlung verwendet und ausgebildet, und kam 18l() nach
Wien, Willens ein musikalisches Leihinstitut zu errichten. Er ward
aber mit dem KunsthändlerStein er bekannt, trat in dessen Handlung,
und kurz darauf in Handlungs -Gesellschaft mit ihm, die bis 1326 währ-
te. In diesem Jahre übernahm H. die unter der Firma: S. A. Steiner
und Comp. bestandene Kunsthandlung für seine alleinige Rechnung. 183(1
wurde ihm für sein ««ermüdetes Streben für vaterländische Industrie :c.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie