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S a s l i n g e r.
der Titel ein/s k. k. Hof« Kunst, und Musikalienhändlers verliehen.
Seine Handlung ist eine der bedeutendsten, und sein Verlag an großen
Originalwerken unstreitig der erste der Monarchie, wohl selbst Deutsch-
lands überhaupt. Er belauft sich über 7000 Artikel, und ist durch den
Ankauf des ganzen Musikalienverlags vom Kunst- und Industrie-Comptoir
(I .R i e d l) und jenes von T.M ollo's Söhne (zusammen über20,000Ku.
pfer- und Zinnplatten) so schnell und mächtig angewachsen, auch wird er all,
jährlich mit wenigstens 200 neuen Artikeln vermehrt. Von bedeutenderen
und glänzendem Unternehmungen können genannt werden: Hummel's
große Claoierschule in 3 verschiedenen Sprachausgaben insbesondere ge»
druckt (Kaiser Franz belohnte dieses große Unternehmen dem Verleger mit
einem kostbaren Brillantring), und dieses Autors Etüden und neuere
Clavier-Compositionen; Spohr's große Violinschule in 3 Abtheilungen
und seine neueste Symphonie: Die Weihe der Tone, nach einem Gedicht
von C.Pfeiffer in Form eines characteristischen Tongemäldes componin
(in Partitur und Orchesterstimme»); Hän del'sOratorium: Iephta, nach
v. Mosel's höchst gelungener Bearbeitung (in Partitur und Clavieraus-
zug); Mlisica sacra: Sammlung classischer Kirchenwerke, wovon bis
jetzt 17 Bände, als von Eybler, Hummel , Mi l t i t z , Scy-
fried und C. M. v. Weber, in Partitur und Stimmen in Pracht-
ausgaben erschienen sind. Odeon: Ausgewählte Concertstücke für ver«
schiedene Instrumente, enthaltend die großen Concerte von Beethoven,
Hummel , Herz , Kalkbrenner, Mayseder, Moscheles,
P i r i s , Romberg, Spohr u. a. bis jetzt 42 Bände; der junge
Virtuose auf dem Pianoforte, 6 Lieferungen. Museum für Clavisrmu-
sik, 9 Hefte, dullection dez Etudes (Studien), für das Pianofortc
von Ber t i n i , Clement i , Cramer, Hu mm el :c. 18 Hefte;
Mozart 's und Beethoven's Werke, letzterein einer neuen Pracht»
ausgäbe. Nebst einer fast unzähligen Menge anderer theils größerer und
kleinerer Verlagsartikel sind vornehmlich bemerlenswerth und finden
den lebhaftesten Absatz: die vielen Tanzcompositionen des beliebten
Strauß (s. d.); die musikalische Blumengallerie für die elegante
Welt, ganz eigens aber das Wiener musikalische Pfennig-Magazin (re<
digirt von C. Czerny), bekannt und beliebt als ein Centrale der in>
teressantesten Stücke für das Pianoforte, welch letztere Unternehmung ge»
genwärtig schon bey 8000 Abnehmer zählt.— H. honorirt in Osterreich
seine Autoren am bedeutendsten, z. B. Hummel 's und Spohr's Schu-
len allein honorü-te er mit 10,000 fl. C. M. Seine Verbindungen er-
strecken sich durch ganz Europa, ja selbst in fremde Welttheile. Vorzüglich
ist sein Handel nach Rußland (auch mit Instrumenten) von Belang.—
Mit seiner Handlung ist eine eigene Musik-Graveuranstalt, Kupfer- und
Notendruckerey verbunden. Er hat (was bey dem Musikalienhandel fast ohne
Beyspiel ist) gegenwärtig 14 Pressen und beschäftigt im Ganzen über 50
Individuen. Unter seine Verdienste gehört nahmentlich, daß er de» Pas-
sivstand des vaterländischen Musikalienhandels in einen essectiven Activ
stand verwandelt hat. Ihm auch sind die schwunghaften Fortschritte de-
technischen Ausstattung zuzuschreiben, und seine neuesten AuflagenBnr
,,«< ungescheut jede Concurrenz aushalten; seine geschmackvollen Titel-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie