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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 527 -
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Seite - 527 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2

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H a y d n , I o s . 527 daß im Verlaufe derselben H.'s erste Symphonie aui U-dur entstand.— H. fand, nachdem die gräfl. Capelle aufgelöst wurde, sogleich wieder ein ueues, und noch besseres Unterkommen im Dienste des Fürsten Nicol . Eszterh.äzy, welcher ihn zu seinem Capellmeister ernannte.Der Fürst war selbst Virtuose auf der Violine, und darum ein Enthusiast für die Musik, so, daß er eine eigene Oper, eine Kirchen-, und Kammermusik besoldete. H.'s Thätigkeit >var daher im hohen Grade in Anspruch ge- nommen, da er sämmtliche musikalische Productionen leiten, und außer, dem Vieles componiren mußte. Dieser Periode verdanken das Orato« num: Die Rückkunft des Tobias (auf italienische Worte) und viele, jedoch nur auf dem fürstlichen Theater zur Aufführung gebrachte Opern, nebst andern Compositionen ihr Daseyn. — 30 Jahre ver- lebte H. zu Eisenstadt im Schlosse des Fürsten ein stilles, aber für die Kunst und seinen Ruhm gewichtiges Leben. Als der Fürst starb (179N), hörten zwar H.'s Glücksumstände auf, so glänzend zu seyn, aber er blieb dennoch heiter und mit seinem Lose zufrieden. Damahls drang Gluck und viele Freunde in ihn, eine Reise nach Italien und Frankreich zu unternehmen, um sich durch das Studium des Ouernwe- sens zum Compositeur für die Bühne auszubilden, wozu er selbst in sich eine vorzügliche Anlage fühlte, aber seine beschränkte Lage hielt ihn von der Befriedigung dieses Lieblingswunsches, zu seinem großen Leid- wesen ab. — Erst spater gelang es endlich dem Kammergeiger tes Prinzen He in r i ch von Preußen, dem rühmlich bekannten Künstler Salomon, H. zu dem Entschlüsse zubringen, daß er eine Kunstreise nach England unternehmen wolle, wofür jedoch im Vorhinein die Be- dingungen festgestellt und pactirt worden waren. — Er fand in London die schmeichelhafteste Aufnahme. Die Periode seines Aufenthalts in Großbritanniens Hauptstadt zählte H. zu den schönsten seines Lebens; theils hinsichtlich der allgemeinen Bewunderung, welche man für ihn dar-" that, theils auch wegen der reichen Zuflüsse, wodurch er endlich zu dem un- schätzbaren Kleinode der Selbstständigkeit gelangte, nachdem er durch viele Jahre ein abhängiges und kärgliches Daseyn dahin geschleppt.hatte.—Die größten Männer Englands, der Herzog v. I o rk, der Prinz v. Wales und viele Pairs und Lords, nahmentlich die Familie Shaw überschütteten ihn mit Beweisen des aufrichtigsten Wohlwollens, seine Concerte lockten jeder- zeit eine Unzahl von Hörbegierigen an, für welche der Raum zu klein ward,- und deren ungestümer Beyfall nicht müde ward, jedes Tonstück 2, 3, und mehrmahl zu bejauchzen. Die Tagesblätter erschöpften sich zu H.'s Preis i» enkomiastischen Wcttkämpfen über die Genialität und Gediegenheit seiner Schöpfungen, die ausgezeichnetsten Maler beeiferten sich, Por- träts von ihm anzuiertige», mit einem Wort: H. war der gefeyerte Günstling des gesammcen engl. Publicums,. — Die sogenannten engl. Symphonien, 12 an der Zahl, datiren sich aus der Epoche von H.'s Aufeuchalt in Englands Hauptstadt. Eine glückliche Probe des Wagestü- ckes, zu englischeil Worten Musik zu setzen, legte er mit dem Chor: Der Sturm ab, und begann auch ebendaselbst eine Oper: „Orpheus und Eurydice," welche leider nicht vollendet ward, was um so mehr zu be- dauern ist, als das Vorhandene unvergleichliche Schönheiten enthält."
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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