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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 528 -
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Seite - 528 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2

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528 H a y d n , I o s. H.'s Rückkunft in sein Vaterland wurde von dec musikalischen Pensions- gesellschaft dadurch gefeyert, daß sie ihn unentgeldlicb in die Zahl ihrer Mitglieder aufnahm, und daß ihm Graf Harrach in seinem Gar« ten zu Rohrau ein geschmackvolles Monument setzen ließ, welches der Barde Sined (Denis) mit einer sinnigen Aufschrift schmückte. — Indessen hatte der unsterbliche Tondichter so viel Geschmack an England gefunden, daß er schon im nächsten Winter dahin zurück- kehrte, um neuerdings anderthalb Jahre daselbst zuzubringen. — Der Empfang wardießmahl womöglich noch enthusiastischer, und alles schmei- chelte sich mit dem Gedanken, diese schnelle Wiederkehr bezwecke des Mei- sters bleibende Ansiedwng. Dieß war lange Zeit allgemeines Stadtge. spräch, und Leute aus allen Scanden drängten sich selbst auf öffentliche« Straße an ihn, um ihm ihre Ehrfurcht zu bezeigen/oder über seine baldige uud glücklicheAnkunftzu bewillkommnen. DerKönig Georgl l l . und die Königinn verlangten ihn zu sehen, und behandelten ihn mit seltener Ach« tung und Huld. Insbesondere forderte ihn der König auf, nachdem er m?l)reres vonH.'s Compositionen, ungeachtet seiner entschiedenen Vorliebe für Händel, mitVergnügen und Bewunderung gehört hatte, sich in London für sein ganzes Leben zu etabliren; doch entschuldigte sich H. freymüthig, aber bescheiden, mit seiner Liebe für Vaterland und Monarch, welches ihm der König nachmahls nie vergessen zu können schien, wenigstens wollte man stit dieser Zeit immer einegewisseKältegegen H. an ihm bemerkt haben.— Eine besondere, fast beyspiellose Auszeich» nung wardH. zu Theil, als ihm die Hochschule zu Oxford das Diplom als Doctor der Musik übersandte, welche Ehre einen um so größeren Werth durch den Umstand hatte, daß Händel, welcher an 30 Jahre, bis an seinenTod, in England verweilte, dieselbe nicht zu erlangen vermochte. — H. verließ London reich an angenehmen Erfahrungen und an Baavschaft, denn von demErtrage seinerKunst hatte er so viel erübrigt,daß er sich ein klei- nes Haus mit einem Gartchen in der VorstadtG u mp en dorf zu Wien ankaufen konnte, woselbst er um so gemächlicher die Tage seines hohen Alters dahin lebte als seine Werte nun auch in Deutschland eine ergiebi- ge Quelle von gutem Einkommen geworden waren. Im Schooße der Wohlhabenheit widmete er sich nun ausschließend dem Streben nachdem Höchsten der Kunst. — Es bestand damahls zu Wieu ein Verein von Musikfreunden aus den ersten Häusern der Monarchie, welche alle Jahre einige musikalische Feste, zur Production großer Werke classischen Ge» Haltes, veranstalteten, und zu welchem auch der k. k. Hofbibliothek-Präses Freyt). Gottfr . v. Swiet e n(s.d.) gehörte. Dieser übernahm es den Text der Schöpfung aus dem Englischen zuüdertragen, welches er auct/mit Ge» schick, wenn gleich eben nicht auf sehr poetische Art zu Stande brachte. Hierauf ward das Buch dem schon 65Jahre alten H. übergeben , welcher mit stauneniwürdigem Gelingen zu dieftm, den Forderungen der Ton- dichtung total entgegenlaufenden Texte jene wundervolle Musik schrieb, die für alle Zeite» als angestaunter, aber unübertroffener Koloß da ste- hen wird. — Der Beyfall, dessen sich „die Schöpfung" zu Wien, und an allen Orten des gebildeten Theiles der Welt zu erfreuen hatte, war un- beschreiblich, und wird immer und überall sich gleich bleiben, so lange
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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