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H e g y a I l j a. 533
uno Mäd. Die Weine von Tälya übertreffen di« übrigen an Geist,
die von Tarczal, Mäd und Tokay sind dagegen süßer. Jene Ort-
schaften sind seit 1711 größtentheils königl. Kammergut, bann Rä-
köczy'sches Erbgut, welches der Schwester des letzten Malcontenten
Räkoczy, Ju l ia na und ihren Erben, dem Grafen von Asper-
,»ont übrig blieb; Tolcsva und B enye(Erdö-Ben y e) gehören
ganz der Familie von Szirmay, die Herrschaft Säros-Patak
dem Fürsten von Bretze »'heim; endlich besitze» auch der Studien- und
der Religionsfond uud mehrere adelige Familien einzelne größere und
kleinere Theile dieser Ortschaften, den größern Antheil aber an den, um
das Vorgebirge H. hangenden, ßirgfältig cultivirten Weingärten hat
der zur Tokayer Weinlese als zu einem Nationalfeste sich einfindende
Adel aus ganz Oberungarn und der Kern der oberungar. Bürgerschaft,
besonders der Deutschen aus der Zipscr Gespanschaft (nahmentlich aus
Kasmark, Leutschau und Ig lo) . Jene Ortschaften machen auch
m juridischer Hinsichr einen eigenen Distnct aus, und haben besondere
Privilegien. Der Weinbau auf dem Vorgebirge H. ist alt. Im 13. Jahr-
hundert, und wahrscheinlich noch früher, waren die Hügel bey Liszka,
Säros-P at ak und Tokay schon mit Reben aus Sirmien (wo der rö-
mische Kaiser Probus, ein Pannonier, um da^ Jahr 276 durch Solda-
ten bey seiner Vaterstadt S i rmium, >uo heut zu Tage Mitrowitz
steht, auf dem Berge Almus oder Alma, jetzl Fruschka Gora genannt,
die ersten Weinreben aus. Italien pflanzen ließ) bepflanzt, und im 14.
Jahrhundert trug der Zehentwein aus der Zemplinec Gespanschaft dem
Bischöfe von E rlau bereits 1l)0N Ducaten ein. Nach der Niederlage
bey Mohacz (1526), die- auch Sirmie n den Moslemimen Preis gab,
und den ungarischen Adel auszuwandern zwang, wurde der vieljährige
Ruhm des Sinnier Weins auf Tokay übertragen. In der Mitte des 15.
Jahrhunderts hieß der Tokayer ordinäre Wein (denn Ausbruch wurdeda«
mahts noch nicht gemacht) bey Franz Forgäcs (st. 1575), einem
Manne, der gar nicht viel zu loben gewohnt >par, in seinem kommen-
tar. Kerum HunAalicarain 8ui tempoii», bereits vinum nudiliszi-
niuin atl^ue plaeztanÜ55imu.in, und machte schon einen großen Theil
des ungar. Nationalreichthums, und des damahls blühenden Handels der
Ungarn nach dem Norden aus. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts nannte
ihn der deutsche Statistiker, Professor Conr ing, vinuin ^enerosis
zimuln, als man eben anfing (wie auch der ungarische Reichsartikel 79
des Reichstagbeschlufses von 1655 anführt) die trockenen Weinbeeren von
den gelbgrünen Beeren abzusondern und Ausbruch oder Trockenbeerwein
(i»«L52U52üIäI)ui-, vinum P255UM, der Nahme Trockenbeerwein ist in
Oberungarn gewöhnlicher) und Maschlasch (magläs, vinuni p»55uin
«ecundariilln) zu verfertigen. Gegen das Ende des 18. Jahrhunderts
betrugen die Weingebirge des Vorgebirges H. 8l),NW Hauer oder Tag-
werk, von welchen jedes im Durchschnitt ein Faß Wein von 3 Eimern
trägt, so daß man den sämmtlichen Ertrag in einem mittelmäßigen Jahre
gegen 160,N00 Eimer und auch darüber schätzen kann.— Den Boden der
Weingebirge der H> uud seine Unterlagen haben bereits mehrere in- und aus-
land. Mineralogen und Chemiker, nahmentlich Ficht el, der Engländer
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie