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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 535 -
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Heillgenstadt. — Heinke, Franz Ios. Frcyy. v. 535 und sehr viele Handschriften), ein Kunst- und Naturalien »Cabinet, eine kleine Gemäldesammlung uud eine Schabkammer. In> Stifte befinden sich eine theologische Lehranstalt und ein Institut für Sangerknaben , die auch in den Gymnasialfächern Unterricht erhalten. Der Ort hat 330 Einwohner. Heiligenstadt, niederösterr. Dorf im V. U. W. W. mit 520 Einw., hat schwache Eisenbäder. Der ainnuthige Badegarten wird von denWienern stark besucht. Im Gasthause zeigt man ein Stäbchen, in welchem Mozart seine Zauberflöte componirt haben soll. H. hat viele Sommerhäuser der Wiene«. Die Kirche und die St. Jacobs-Capelle im Pfarrhofe sind uralt, von gothischer Bauart. Ringsum ist starker Weinbau. Heinke, Franz Ios. Freyh. p., t.k.Hofrath, geh. Referendar und Ritter des St. Stephan-Ordens, war geb. 1726 zuMa ltsch beyTribus inNiederschlesien. Er erhielt seinen ersten Unterricht in der Fürstenschule zu Liegnitz, studirte zu Iena,und ward 1747 an der Universität zu Prag zum Doctor derRechte graduirt. Seine ausgezeichneten Kenntnisse veran- laßten , daß er schon 1751 zum wivkl. böhm. Appellationsrath auf der gelehrten Bank ernannt, ihm sohin das damahls so wichtige Lebenre- ferat anvertraut, und er 1764 als Director und Präses der juridischen Facultät an der Universität zu Prag bestellt wurde, woselbst er durch Verbesserung der Lehrart, vorzüglich aber durch die Aufrechthaltung und Durchführung des von seinem Vorgänger und Freunde Freyherrn Kresl ». Qualtenburg begonnenen Planes der juridischen Studien den Grundstein zu jenem vortrefflichen Unterricht zur Bildung gründlicher Rechtsgelehrten und brauchbarer politischen Beamten legte, worin die Prager Universität sich so rühmlich auszeichnet. Schon 176? erhielt er den Ruf als wirkl. Hofrath nach Wien, und ward zum geheimen Re- ferendar mit der Verwendung in den geistlichen Gegenständen bestimmt». In dieser Eigenschaft verfaßte er die Vorarbeiten und Anträge zu allen unter der Regierung der Kaiserinn Mar ia Theresia erftossenen Pa- tenten und Verordnungen in pul)lico.ecci65i28tlci5, und genoß das Ver- trauen dieser großen Negentinn. Vom Kaiser Joseph erhielt er meh- rere Belobungen über die vorgelegten Ausarbeitungen. Vorzüglich aber würdigte ihn Kaise? Leop o l d I I . , indem er ihm seine besondere Zu- friedenheit eröffnen ließ. Da durch die vielen, sehr angestrengten Arbeiten seine Kräfte zu schwinden begannen, bath er um Ruhe (jedoch mit Vorbehalt der Direction der juridischen Studien), welche ihm auchI7!)4 bewilligt wurde. Sein reger Geist forderte jedoch eine weniger angrei- fende Beschäftigung, er verlegte sich auf die Gartencultur, und stellte seine Erfahrungen in einer Schrift unter dem Titel dar: Beyträge zur Be- handlung , Pflege und Vermehrung der Fruchcbäume für Liebhaber der Gärtnerey, das er im 70. Jahre seines Alters in Druck legen ließ, und wovon er noch die zweyte Auflage erlebte. Es sind von ihm auch meh- rere Abhandlungen, als von der Eremption der Regulargeistlichkeit, von der Consirmation der Bischöfe zc. vorhanden, welche ursprünglich erstattete Vorträge waren, die als classische Ausarbeitungen auf tais. Befehl,dem Druck übergeben worden sind. Er starb den 2. März 1Y03.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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