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Heinrich I . , der Starke. — Heinrich I I , Iasomirgott . 537
Centralorganisirungs - Hofcommission für die durch den Pariser Frie-
den an Osterreich gelaugten Provinzen errichtet worden war, verwen«
dete man H. zur Regulirung des Lehenwesens in Ital ien, Illyrien,
T^lmatien und Tyrol, und seine Leistungen erhielten den Beyfall des
Monarchen. In Studieusachen versah er durch 12 Jahre die Stelle
eines Prüfungscommissärs, und besorgte durch 5 Jahre provisorisch das
Amt des juridischen Vicedirectorats zu der ihm. bezeigten vorzügli»
chen Zufriedenheit. Auch hatte er mit einer großen Anstrengung das nie»
derösterr. landesfürstliche Lehenarchiv systematisch nach den Hauptmo-
menten des Lehenvechtes geordnet, und auf diese Weise zur Rechtserweil
jung des landesfüvstl. Leheneigenthums geeignet gemacht. Dieses Archiv
wird nunmehr durch den ihm zugetheilten sehr fleißigen und geschickten
Lehenarchivar Ios. Hö lz l nicht nur erhalten, sondern seiner Vollkom-
menheit immer nahcv gebracht, so daß es wegen seiner Construction als
Muster zu gelten verdient.
Heinrich I . , der Starke, Markgraf von Österreich, auS dem
Geschlechte Babeuberg; der älteste Sohn des ersten Markgrafen, Leo-
pold des Er lauchten, war geb. 961; gleich seinem Vater residirte
er in Melk . Mehrere Kriege gegen die Ungarn, Mähren und Polen
bestand H. mit vielem Glück. Unter seiner Regierung kommt Osterreich, das
bisher die Ostmark (arientalis pla^a) geheißen hatte, zum erstenmahle
unter dem Nahmen: Ostirichi vor. H. starb 1018 linderlos, ihm folgte
sein Bruder Albrecht I . in der Regierung.
Heinrich I I . , Iasomirgot t , achter Markgraf und erster Her»
zog von Osterreich, war geboren 1141, dritter Sohn Leopold's IV.
des He i l igen. Nach dem Tode seines Bruders L e op ol d V. erbte
Heinrich dessen Besitzungen Osterreich und Bayern, mit welchen ersterer
nach Achtung Heinrich's des S to l zen belehnt worden war. Den
Besitz Bayerns suchte sich H. durch seine Vermählung mit Ger t rud ,
der Witwe Heinrich's des S to l zen und Mutter Heinrich's des
Löwen, zu sichern, auch verzichtete letzterer, nachdem ihm Sachsen
zu Theil geworden war, wirklich auf Bayern, doch konnte H. dieses
Besitzes nicht froh werden, denn noch immer kämpfte Heinr ich des
Löwen väterlicher OheinuWelf um die Rechte seines Hauses. 1147
begleitete H. den Kaiser Conrad I I I . nach Palästina und vermählte
sich, nachdem seine erste Gemahlinn Ger t rud schon 1143 gestorben war,
mit Theodoren, einer Verwandten des griechischen Kaisers Em^nuel
Paläologus. Nach seinerZurückkunft erneuerte der nun volljährig ge»
wordene Heinrich der Löwe seine Ansprüche auf Bayern und er»
klärte die ihm während seiner Minderjährigkeit von seiner Mutter abge»
nöthigte Verzichtleisiung für ungültig. Mittlerweile war auch Kaiser
Conrad I I I . gestorben und dessen Nachfolger'Friedrich I. wollte die
bayerische Angelegenheit nicht selbst entscheiden, sondern dem Ausspruche
eines Fürstenrathes überlassen. Auf dem Reichstage zu Goslar 1154
entschied sich der größte Theil der versammelten Fürsten für Heinr ich
den Löwen, 1156 auf dem Reichstag zu R e g e n s b u r g gab
auch H. Bayern in die Hände des Kaisers zurück, welcher den sächsi«
schen Fürsten wieder damit belehnte, dagcgc» aber dem Hause Österreich
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie