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538 Heinrich, dcr Kleine. — Heinrich, Albin.
einen Gnadenbrief ertheilte, nach welchem die bayerische Mark (dasLand
ob der Enns) von Bayern getrennt. Osterreich auf immer einverleibt
und Osterreich selbst mit bedeutenden Vorzügen zum Herzogthume erho-
ben ward. Seit dieser Zeit beruhte die Länderbasis des neuen deutschen
Herzogchumes Österreich auf der Verbindung der beyden Landschaften ob
und unter der Enns und Wien wurde die Residenz des Landes. Bald
darauf begleitete H. den Kaiser auf seinem Zuge nach Italien und trug
durch seine Tapferkeit sehr viel zur Bezwingung Mailand's bey. 1144
hatte H. die ältere St. Stephanskirche mit den Heidenthürmen gegrim-
'oet, bald darauf erbaute er auf dem Hof die alte herzogliche Burg (auf
der Stelle des jetzigen Kriegsgebäudes) und stiftete 1158 das Schotten«
klosier auf der Freyung, zum Besten der nach Palästina wandernden Pil°
ger, überhaupt trug H. vieles zur Verschönerung seiner Residenz bey,
von seiner Zeit an wird Wien wieder geschichtlich merkwürdig. 1177
wurde H. mit den Böhmen und Mähren in Krieg verwickelt, er verlor
eine Schlacht an der March und fand dabey seinen Tod, indem er aus
der Flucht von einer morschen Brücke stürzte. Er wurde in der Schotten-
kirche zu Wien begraben, woselbst noch jährlich seine Gedächtnisifeyer
Statt ftndet. Von seiner zweyten Gemahlinn hinterliest H. Leo-
pold VI. seinen Nachfolger, Heinrich, dem die Herrschaft Mod-
ling zu Theil wurde, und eine Prinzessinn Agn.es.
Heinrich der Kleine, Herzog von Kämthen, lehnte sich 977
im Bündniß mit dem Bischof Heinrich von Augsburg gegen den
Kaiser Otto I. auf, wurde jedoch 978 geschlagen und kam in Gefan»
genschaft, in welcher er bis 983 gehalten, dann aber befreyt wurde u»d
a'zch das Herzogthum Bayern erhielt, 984 kriegte er mit Herzog Hein-
rich dem Zänker, der Bayern wieder erlangen wollte und st. 989.
Heinrich, Herzog von Karnthen, und König von Böhmen, geb.
um 1280, vermählte sich mit Margarethen, der ältesten Tochter König
Wenzel des Ältern von Böhmen und erlangte dadurch dieKrone die«
ses Landes 1306, nach Ermordung König Wenzel's des Jüngern,
dessen Tochter Elisabeth H. in strenger Haft hielt, um vor ihren
Ansprüchen geschützt zu seyn. Bey einem feyerlichen Hoffeste nahm H.
durch Anstiftung der Prager Bürger mehrere böhmische Standeeherrcn
gefangen; die Böhmen wurden darüber erbittert und als Elisabeth
1308 aus ihrer Haft entkam, sammelten sich alle böhmischen Barone um
sie, H. wurde geschlagen, im Prager Schlosse belagert und musit,e ans
selbem die Ermordung seiner treuesten Anhänger sehen. 1310 sah sich H.
turch Elisabeth's steigende Macht genöthigt, nach Karnthcn zu entflie-
hen und Böhmen dieser Fürstinn und ihrem Gemahl, Ioh. von Lu-
xemburg zu überlassen. Bey dem Kriege zwischen Friedrich dem Schö-
nen von Osterreich und Ludwig von Bayern war H. auf des Erstern,
wie König Johann von Böhmen auf des Letzter» Seite. H. starb 1335
und hinterließ eine einzige Tochter, die bekannte Margaretha Maul-
taschss. d.), durchweiche Kärnthen an Osterreich gelangte.
Heinrich, Albin, Professor am Gymnasium zu Brunn, or-
dentlich beysitzeudes Mitglied der k. k. mähr.-schles. Gesellschaft zur Be-
föcherung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde, Conseroator
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie