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548 Hempel Rürsinger. — Henrici.
der Philosophie. Unter seiner Leitung erschienen (1813 — 16) D a yka's
Gedichte, K az in czy's roetai bei-ell, Bäroczy's Werke in8Bdn.,
und Kazinczy's Werkein 9 Bdn. 18l3 übersetzte er Eckarts hau-
se n's: Gott ist die reinste Liebe (Pesth, 1813.2. Aufl. l821.)undgab zu-
erst B er csenyi's Gedichte heraus, Pesth, 1813; und neuerdings 1816
begleitet mit einer gelehrten Abhandlung über die Sprachneuerungen.
l817 erhielt er das Advocatendiplom, bereitete sich dann die folgenden
3 Jahre hindurch mit einem Freunde scientifisch zu einer großen Reise
durch Europa vor, welche die neapolitanischen Unruhen von 1820 ver-
hinderlen. Allein das zu diesem Behufe unternommene Studium der
europaischen Sprachen brachte schon und wird noch für die Literatur
Früchte bringen. Er übersetzte nähmlich Mehreres aus dem Italienischen,
Französischen, Englischen und Spanischen, wovon jedoch bis jetzt nur
die Episode von Sophronia und Olinde aus T asso (Aurora 1822) er-
schien. Seine Arbeiten sind in lericographischer Hinsicht überaus wichtig.
Er weiß die feinsten Nuancen der Ideen, für welche die ungar. Sprache
noch kein bezeichnendes Wort hatte, glücklich wiederzugeben.
Hempel Rürsinger, Job. Nep. Franz v., k. k. Hofsecretär
der vereinigten Hofkanzley inWien, geb. 1774 zuBiberach in Würtem-
berg (damahls im Vorderösterreichischen), wurde nach seines Vaters,
Franz Ant. v. Hempel, Tode von seinem Oheim, dem churfürstl.
salzburgischen geh. Rathe und Hofkanzler, Franz Ant. Freyh. von
Kürsinger aooptirt. Nach vollendeten juridischen Studien an der
Salzburger Universität trat H. -K. 1793 in österr. Staatsdienste, prac-
ticirte bey dem Landgerichte Ried, sohin theils bey der ob der ennsischen
Staatsgüter-Administration in Linz, theils bey der dortigen Regie-
rung, wurde dann zum Regierungs-Concipisten, Kreiscommissär, Hof«
concipisten, ob der enns. Regierungssecretär, endlich zum Hofsecretär be-
fördert. Noch vor seinem Eintritte in das Oeschaftsleben gab er eine
publicistische Schrift: „Über die Vorrechte der Erzbischöfe von Salzburg,"
heraus, und nachdem er sich in neuerer Zeit in seinen außerämtlichen
Stunden vielfältig mit der österr. Gesetzkunde beschäftigte, traten in
dieser Beziehung von ihm folgende Werke ins Leben: Alphabetisch-
chronologische Übersicht der k. k. Gesetze und Verordnungen, von
1740 — 1828, 12Bde.Wien, 1825 —29.—Handbuch der Gesetzkun-
de im Sanitäts- und Medicinal - Gebiethe. 5 Bde. eb. 1830— 32.
Er starb den 20. März 1835. Handschriftlich hinterließ er: Chrcnik
der österr. politischen und Iustizgesetze, bestimmt in Orätz bey Kien-
reich zu erscheinen.
Henrici, Job. Ios. Car l , Maler, geb. zu Schweidnitz
l?37. Wie Schlesien an Preußen siel, und H. zum preußischen Artil-
lcrie^Dienste ausgehoben werden sollte, ging er durch Umwege nach
Böhmen, wo erbey einem Theatermaler arbeitete, sodann nach Wien,
und da er dort nicht unterkam, nach Venedig, wo er durch Portraiti-
reu in Miniatur seinen Unterhalt verdiente. Er kam dann nach Botzen,
wo er einige Zeit zubrachte, endlich aber nach Verona. Er malte sehr
artig , mit angenehmem Colorite, wiewohl nicht allzurichtig in der Zeich-
nung, auch zuweilen und.iuerhaft, leicht und geschwind, daher um
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie