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Henry. — Hcnsler. 549
einen leichten Preis, wodurch er sehr viele.Bestellungen bekam. Er malte
sowohl in Ohl, als in Fresco, besonders Conversationsstücke, Maskera-
den, Architektur, auch viele Porträte und Madonnen, welche sehr) be-
liebt waren. Von ihm ist das Hochaltarblatt in Neustift in der Stu-
be»), auch ein Altarblatt zu Wörgl im Unterinnthal. Er starb in ho-
hem Alter den 29. Oct. 1823. In Fresco ist von seiner Hand die.Gna-
dencapelle zuBotzen und die Kirche zu Steineck.
Henry, Aloys, Balletmeister de5t. k.Hoftheaters nächstdemKarnth-
nerthore inWien, ist den 5. May 1784 zuVersailles geboren. Aufsei»
ner Durchreise in Mai land 1806 wurde er für den Carneoal 1807 als
erster Tänzer für das große Theater engagirt. Er begab sich sodann nach
Neapel, wo er viele Jahre als Choregraph und erster Tänzer verblieb.
1825 horteH. auf zu tanzen. Er unternahm viele Reisen, welche hier
anzuführen zu weitläufig wäre. 1831 war H. wieder, und zwar zum
3. Mahle, Balletmeister des k. k. Hoftheaters nächst dem Kärnthner-
thore. Es gehört zu den Verdiensten Duport 's, Pächters dieser Hof-
bühne, diesen ausgezeichneten Choregraphen gewonnen zu haben, dessen
in Wien früher nicht gesehene Ballet«: „Adelheid von Frankreich"und
„die Maskerade im Theater" mit außerordentlichem Beyfalle in die Sce«
ne gingen. H. hat im Ganzen nicht weniger als 91 Ballete gedichtet:
Für Neapel 60, für Mai land 14, für Wien 10, fürP ar is?;
darunter bestehen 32 aus 5 Acten.
Hensler, Carl Friedr., Director des k. k. privil. Theaters in
der Iosephstadt in Wien, am2. Febr. 1761zu Sch affhausen gebo-
ren, der Sohn eines,herzogt.-würtemberg. Leibarztes, studirtezu Göt-
t ingen, wurde dann Erzieher in einem der ersten Handlungshäuser zu
Mühlheim am Rhein, und kam 1784 nach Wien, wo sein Oheim,
Freyherr von Bö h ler, ihn dem diplomatischen Fache widmen wollte.
Allein seine Vorliebe zur dramatischen Dichtkunst und der glückliche Er-
folg eines in Cö ln zur Aufführung gebrachten Stückes unter dem Ti-
tel: „Der Invalide," dann die persönliche Bekanntschaft mit dem da-
mahligen Schauspieldirector der Leopoldstädter Bühne, Mar in el l i ,
veranlaßten ihn, ein Stück für dieses Theater zu schreiben, welches 1785
am 1. May unter dem Titel: „Der Soldat von Cherson^" zur Auffüh-
rung kam und sehr gesiel. Sofort widmete er sich ganz der dramatischenDicht«
kunst. Seine Stücke wurden auf den erster» Theatern Deutschlands
gegeben, ja „das Donauweibchen," „Rinaldo Rinaldini," „das Faust-
recht," „die Teufelsmühle" :c. :c. werden noch hie und da mit Vergnügen
gesehen. Es ist interessant zu erfahren, daß H. beyuahe 200 Stücke
geschrieben, ja der glückliche Erfolg, den sie sämmtlich hatten, bestimm-
te Mar inel l i , daß erH. lebenslänglich eine Pension von600Gulden
aussetzte, welche er auch bis zu seinem Tode genoß. 1803, nach dem Ab-
leben Marinel l i 's, pachtete er selbst die Leopoldstädter Bühne, und
führte sie bis 1813 als Director mit dem rühmlichsten Erfolge. Unter
seinem Mitwirken wurde die possenhafte Unnatur im Gebiethe des Komi»
schen, der eine stehende Bühne beleidigende Kaspert abgeschafft, und
nur seinem Geiste gelang es, eine eigentliche Volksbühne zu gründen.
1817 übernahm er das Theater an der Wien, 1818 die Bühnen zu
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie