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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe E-H, Band 2
Seite - 550 -
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550 H e r a e u s. Baden und Preßburg, und im October 1822 das Theater in der Iosephstadt, das er ganz neu erbaute, und dem er durch seine umsichtige Leitung, durch seinen geistvollen Einfluß in kurzer Zeit eine solche Ge- staltung gab, daß es, früherauf der niedrigsten Stufe stehend, nun mit den ersten Bühnen der Hauptstadt rivalisiren konnte. Diese treffli- che Geschäftsleitung und der tadellose, edle Charakter des Verblichenen veranlaßten denKaiser Franz, ihm auch zweymahl das k. k. Hoftheater nächst dem Kärnthnerthore zu überlassen, wo H.'s Gesellschaft 1825 durch mehrere Monathe Vorstellungen mit dem allgemeinsten Beyfalle gab. Er starb am 24. Nov. 1825. Heraeus, Carl Gustav, kaiserl. Rath, Dichter, Numisma- tiker und Literator, einer der Ersten, welcher sich in Gedichten des deut- schen Hexameters bediente, obschon nicht.dessen Erfinder, wofür man ihn früher fälschlich hielt. Er war geboren 1671 zu Stockholm, stu- dirte Theologie zu Frankfurt a. d.O.,Gießen und Utrecht, und beschäftigte sich nebstbey viel mit Alterthumskunde und Numismatik. 1694 erlangte H. das Canonicat zu Hamburg, resignirte es bald jedoch wie- der und ging, nachdem er eine Zeitlang zuSondershausen verweilt hatte, 1709 nach Wien. Hier ernannte ihn Kaiser I o sepH I. zumIn- spector der Antikensammlung, wobey H. seine früher erworbenen anti- quarischen Kenntnisse sehr zu Statten kamen. Er beschäftigte sich auch mit der Angabe verschiedener Gedachtnißmünzen und dichtete Aufschriften zu Erleuchtungen, Feuerwerken, Trauergerüsten u. dgl. Auch war er Willens, das Leben Carl's VI. durch Münzen zu beschreiben, wozu er .selbst die Erfindung angab, nach welcher 1729 von Nuntzer in Nürn- berg 65 Kupferplatten gestochen wurden, welche die Münzen des Pri- vatcabinets des erwähnten Kaisers enthielten. Allein H. siel bald darauf in Ungnade, starb 1730 und so blieb das Werk unbeendigt, die Platten wurden jedoch in der laiserl. Hofbibliothek aufbewahrt. H.'s im Drucke er« schienene Schriften sind: l^xplicatio I^urnizmaturn aliquot ex ni ria Ilnperat. Paroli VI . Ohne Jahr und Druckort. — 5" i ßuntinensiurn e (^axopn^Iaceo (^aezareo, in ^soannis i?crip Mainz.—^Vlonumenta csuaedain sepulcralia, eb. 1714. — Ver- mischte Nebenarbeiten sammt einer Zugabe von Gedichten, Wien 1715. — Inscriptianes et 8ymdnla ad ^U5ti-iain spect. , mit Kupf. r Nürnberg 1721 (auch deutsch), worin sich auch sein Versuch eine, neuen deutschen Reimart nach dem Metrum des sogenannten lateinische^ Hexameters und Pentameters in einem: Glückwunsch bey Sr. kaiser' und kathol. Majestät Carl VI . welterfreulichem Geburtstage, Wien 1713, befindet. Dasselbe Werk erschien in einer zweyte» Auflag?, Leipz. 1734. Endlich sein letztes unvollendetesWerk: Numismata ree^ntiara deprnlnta e Zaxa Imperat. (üarnli VI. et zeri« genealnß. dispo- 8,'t», in 65 Kupfertafeln ohne Tert, welches so selten ist, daß mannur 4 Eremplare davon kennt, von dem bloß eines den obigen gedruckten Ti- tel hat. 1744 wurden von 26 Platten einige neueAbdrücke gemacht. Mehrere hatten sich damahls nicht vorgefunden, die Übrigen hielt man für verloren, bis sie in neuerer Zeit wieder zum Vorschein kamen, wo sich derWiener Buchhändler I. G. Heubner aufAnregung des Directors des Münzen-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe E-H, Band 2
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe E-H
Band
2
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
696
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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