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Herberstein, die Freyherren und Grafen. 553
rühr der windischen Bauern dämpfte, die, 80,000 Mann stark, ihre
alten Rechte wieder herstellen wollten ; er hinterließ ein zahlreiches Ge-
schlecht von Nachkommen, von denen jedoch keiner unsere Tage erlebte.
Die berühmtesten derselben waren: GeorglV., der mit Heldenmuthe
unter Herzog Erich von Braunschweig und dem wackern Georg
von Freundsberg focht« und dessen 2 Söhn«: Leop. und Georg
Rupprecht, Stifter der Pusterwald'schen und Sierendorf'schen Zweige
wurden, wovon ersterer 1793, letzterer 1789 erlosch. Georg Sieg-
mund (st. 1578) ein stattlicher Rittersmann, focht vor Tur in und Es-
segg, half Szigeth befreyen, Babocsaund Korotna erobern.
Dessen 5 Söhne stifteten wieder fünf besondere Zweige, welche in der
Folge größtentheils durch Religionsspaltungen unter einander zerfielen
und deren protestantische Glieder unter Kaiser Ferdinand I I . ihr Va-
terland verlassen mußten. Georg Sieg mund aus der Linie Lan«
kowitz war 1660 iaiserl. Gesandter in Paris und verkaufte die Herr-
schaft Lankowitz, .damit sie nicht seinen protestantischen Anverwand-
ten zu Theil würde. Ioh . Georg, aus der Linie Gutenhaag, war
1740 kaiserl. Feldmarschall-Lieutenant. Siegm. Friedrich, aus je-
ner zu Wildhaus, war 1700 Fürstbischof von Laibach, steuerte reich-
lich bey, den Bau der schönen Cathedrale dieser Stadt zu fördern und
stiftete die öffentliche Bibliothek daselbst. 2. Ioh. v. H., zweyter Sohn
Leonhard's, focht 1491 gegen die Türken, dann auch gegen die Un-
garn und Venetianer und erhielt die Veste Neidberg zum Lehen, wo-
von seine Nachkommen die Linie Neidberg bildeten. Einer derselben/
Ioh. Sieg mund, schlug mit N adasd y die Türken vor Ofen und
starb 1611 als Feldmarschall und Director des Hofkriegsrathes. Dessen
Enkel: Le.opold, war der Liebling des berühmten Eugen von Sa-
voyen, er eröffnete 1710 den spanischen Succefsionskrieg in Italien und
beschloß als kaiserl. Feldmarschall und Viceprasident des Hofkriegsrathes
1728 die Linie Neidberg. 3. Siegmund, Freyh. v. H., dritter Sohn
Leonhard's, dessen großen Verdiensten das ganze Geschlecht den Frey»
Hennstand zu danken hatte. (S. den folg. Art.) In der Folge parti-
cipirte diese Linie auch gleichzeitig mit der alteren die Erhebung in den
Grafenstand. 4. Wilhelm, Freyh. v. H>, der jüngste Sohn Leon-
hard's, dessen Nachkommen sich in dieser Linie allein bisaufrnsere Tage
erhalten haben, vertheidigte 1529 die Schotten- und Burgbastey in
Wien gegen die Türken. Dessen Enkel, Adam, Freyh. v.H.,war um
1600 zweymahl Gesandter in Constantinopel, Ferdinand Leo-
pold v. H. war 1731—'36 kaiserlicher Gesandter am schw'dischen Hofe
und wurde später zweyter Obersthofmeister derKaiserinn Maria Th.ere-
sia. Er hinterließ 3 Sohne: I.Anton Johann, starb 1774 als Fürst«
bischof von Trieft, 2. Ernst Leopold, st. 1780, war Bischof von Lai-
bach, 3. Ios. Johann war vermahlt mit der'Tochter des Feldmar-
schalls Freyh. v. Moltke, dessen Titel und Güter sein Lohn Joseph
erbte, welcher durch seine Talente die Aufmerksamkeit Kaisec Iosep h's I I .
auf sich zog und als Hofkammer-Präsident 1816 starb. Ihm folgte in
dieser Linie dessen Sohn: Otto Franz Joseph, Ocaf zuHerber-
stein - Mo l t l e , als Herr der Herrschaften Triesch in Mähren
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie