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Herrmann, Yened. Franz Ioh. 567
jenkow auf seiner Reise nach der Krlmm, wo er auf Verlangen des
Chans die Gebirge dieser Halbinsel uutersuchen sollte, in Moskau
gestorben war, wurde H. an dessen Stelle von derselben vorgeschlagen.
Während dessen aber ereignete sich die bekannte Siaatsveränderung da-
selbst, wovon die Besitznahme der Krimm von Seite Rußlands die Folge
war, und so winde denn seine mineralogische Reise dahin vereitelt. Zu-
gleich wurde ihm um diese Zeit ein Antrag gemachc, nach den portugie-
sischen Besitzungen nach Amerika zu gehen; ehe aber dieß zu Stande
kam, fährte ihn das Schicksal statt nach diesem südlichen Puncte un-
serer Erde vielmehr nach einem der nördlichsten. Denn da H. in-
dessen dein damahligen Cabinels-Minister von Olßusiew bekannt ge-
worden war, stand dieser, als Chef der zumCabinete gehörigen Kolywa«
nischen Silberbergwerke in Altai, eben im Begriff, ihn dem Staatsrath
Leube zu adjungiren, der damahls die berühmte Silbergrube am
Schlangenberg dirigirte, als die von ihm verlangte Beschreibung des Stahl-
schmelz-Processes die Veranlassung wurde, daß die Kaiserin» Catha«
rin a I I . befahl, ihn nach den uralischen Gebirgen abzufertigen, um
eine Stahlfabrik daselbst anzulegen. 1784 kam H., nachdem er noch
vorher eine Reise nach Tobolsk gemacht hatte, nach St. Peters-
burg zurück, und als er seiue Vorstellung über die zu errichtende Stahl-
fabrit eingereicht hatte, wurde er darauf zum Hofrath und Director
dieser Fabrik ernannt, welche zu Pisch int's, 22Werste von Catha-
rinenburg, etablirt werden sollte. Er trat nun im Anfange 1785 sei»
ne zweyte Reise nach Sibirien an. 1786 machte er auf Einladung des
damahligen Mitgliedes und Chefs der Kolywanischen Bergwerke, Ge-
nerals v. Suwarow/ eine Reise nach diesen Werken, und im folgen-
den Jahre unternahm er nochmahls eine Reise dahin. 1790 reiste er
zum dritten Mahl nach Sibirien. 1796 trat er seinen Posten als ^,ca-
aernicus Ordinarius und Professor der Mineralogie bey der Akademie
der Wissenschaften in Petersburg an, zu welchem er 1799 ernannt
worden war. 1798 wurde er mit Beybehaltung seiner akademischen
Stelle, wirkliches Mitglied des Reichs - Berg - Collegiums in St . Pe-
tersburg, und 1799 auch Inspector der kaiserl. Bergschule daselbst;
auch rückte er in diesem Jahre zum Collegienrathe vor. Diese In-
spectionsstelle aber gab er, überhaufter anderer Geschäfte wegen, zu
Ende 1800 wieder auf. In diesem Jahre wurde ihm die Untersuchuug
der großen Kanonengießereyen im Olonetzischen aufgetragen, die von
einem Engländer, dem Staatsrathe Gascoyne, seit 1786 daselbst an-
gelegt waren. — Darauf wurde H. 1801 bey Gelegenheit seiner über,
reichten mineralogischen Reisen durch Sibirien zum Staatsrathe beför-
dert. Dieser Titel wurde aber bald darauf wegen seiner Kenntniß und
Erfahrung in Bergwerkssachen in den eines Oberberghauptmannes von
der fünften Classe verändert, und am 20. Nov. desselben Jahres wurde
er vom Kaiser Alexander I. zum Oberberghauptmann der vierten
Classe befördert, welcher dem Range eines Generalmajors gleich kommt,
und womit nach der russischen Rangordnung auch der Titel Ercellenz
verbunden ist. Zugleich wurde ihm die Befehlshaberstelle der Cathari-
nenburgischen Berghauptmannschaft anvertraut, zu welcher die Krön-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie