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568 Herrmann, Mich. Cajetan.
be,gierte in der Nachbarschaft, der Münzhof daselbst, und alle Privat»
bergwerke im ganzen uralischen Erzgebirge gehören. Am Ende desselben
Jahres trat er seine Reise nach Sibirien zum vierten Mahle an, wo «
während einer 5 jährigen Amtsverwaltung der Stifter vieler ungemein
nützlicher Anstalten wurde. — 1303 errichtete H. zu Catharinen«
bürg die erste Buchdruckerey in ganz Sibirie», und das erste Werk, waj
in dieser in russischer Sprache gedruckt wurde, war eine Abhandlung
über den Ertrag des russischen Bergbaues, in klein Aolio. H. start» 1815.
Er hinterließ folgende Werke vaterl. Inhaltes: Über die Einführung
des Studiums der Technologie, Wien 1781. — Beschreibung des Sil-
berschmelzprocesses zu Neusohl, eb. 178l. — Beschreibung der Mani,
pulation, durch welche in Steyermark, Kärnthell und Krain der Bres-
cianerstahl verferrigt wird, eb. 1782. — Abriß der physikal. Beschaffen-
heit der osterr. Staaten, Petersb. 1782. —Reisen durch Osteneich,
Steyermark, Karnthen, Krain, Italien, Tyrol, Salzburg und
Bayern, 3 Thle. Wien 1784.
Herrmann, Mich. Cajetan, Leitmeriker bischöfl. Consistorial«
rath, Dechant und Pfarrer zu Dehlau in Böhmen, wurde den 27.
Sept. 1756 zu Michelsdorf im Saazerkreise geboren, studirte Philo-
sophie in Prag, und begann daselbst das Studium der Theologie. Geäng-
stigt durch ein Augenübel, das ihn fürchten ließ, von dem Priesterstan»
de ausgeschlossen zu werden, studirte er die Rechte. Weil sich aber spater»
bin das Hinderniß hob, und die Neigung zum geistlichen Stande in ihm
immer stärker wurde, entschloß er sich abermahls zu demselben. — Er trat
sofort in den Orden der Dominikaner. Nach überstandenem Probejahre
legte er in Leitmeri tz die Ordensgelübde ab. Das folgende Jahr er-
ging die Hofoerordnung, daß alle Religiösen, welche die theologischen
Studien noch nicht absoluirt hatten, diese an der Universität hören soll»
ten. H. kam nun nich Prag in das Altstadter Dominikanerkloster zu
St . Hg id. Daselbst blieb er 2 Jahre, und studirte, Hermeneutik,
Dogmatik und Moral. Noch haire er einige Theile der theologi«
schen Wissenschaften zu hören, als das Hofdecret erschien, daß alle
Religiösen, welch? den theologischen Curs noch nicht vollendet hatten,
in das, einige Jahre vorher vonKaiserIose pH I I . errichtete Oeneralse«
minarium aufgenommen werden sollten. Er mußte also in dieses Institut
treten, seine Ordenskleidung mit der eines Generalseminaristen verwech-
seln. 1788 ward H. zum Priester geweibt, und begab sich nachOckenau,
einem Dorfe der Herrschaft Klösterl ^ in die Seelsorge. Er blieb daselbst
liIakre; endlich kam er als Pfarrer nach Knöschitz, wo er anfing,
seine Predigten herauszugeben, und von da 1802 als Pfarrer nachDeh»
auf alle Sonntage, 3 Jahrgänge, jeder in 2 Bon., eb. 1804—6.—
Gebeth-und Erbauungsbuch, besonders für junge Leute, 2. Aufl. eb. 1804.
—Einige der gangbarsten Sprichwörter näher erläutert, und zu Predig-
ten und Catechisationen anwendbar gemacht. Als Anhang zu seinen Pre«
digten, 2 Bdchen. eb. 1605. — Gebethbuch für Kinder von etwas rei.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie