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570 Herrngrund. —Herzogenburg.
Herrngrund, ungar. Dorf im Sohler Comitat, mit l,420 Einw.
einem grosien silberhaltigen Kupferbergwerke, dessen Ertrag sonst auf 12-
bis 15,000 Ctr. Kupfer und 5 bis 600 Mark Silber angenommen wur-
de, und mit dem berühmten Cementwasser, woraus jährlich etwa 50 Ctr.
Cementkuvfer bereitet wird. H. liefert aus Cementkupfer allerley Be-
cher, Dosen u. dgl. Kupferwaaren; am Sandberge wird auch Berggrün
(jährlich an 120 Ctr.) erzeugt. Übrigens ist die Wasserleitung merkwür-
dig, welche das Aufschlagwasser für die Maschinen 21,000 Klafter weit
herleitet. Zu H. werden Spitzen geklöppelt und durch eigene Spitzen-
händler im Lande verkauft.
Herrnskretschen (Hirnkretschen), böhm. Dorf im Leitmeritzer
Kreise an der Elbe, mit einen« Gränzmauthamt gegen Sachscn und
einer Holzwaarenniederlage.
Hertelendy, Gabr. v., des Maria-Theresien»Ordens Ritter
und k. k. Feldmarschall-Lieutenant, geb. 1748. Seine Dienstzeit um-
faßte 54 Jahre; er begann sie als Gemeiner, und brachte es durch seine
Tapferkeit und Auszeichnung vor dem Feinde, wovon sehr viele eh-
renvolle Wunden an ihn zeugten, so wie durch die Anerkennung seiiier
Verdienste bis zu jenem hohen militärischen Rang. Bleibende Verdien-
ste erwarb er sich um die Bildung des Palatinal-Husarenregiments, des-
sen Oberster er bey der Errichtung 1800 war. Er starb den 16. Iuny
1826 zu Gyöngyösin Ungarn.
Herzenskron, Hermann, ist geboren 1792 zu Wien, wo er
auch seine Studien vollendete. 1810 veranlaßte ihn der damahlige Di-
rector des Leopoldstadter Theaters, C. Fr. Hens ler, einen Versuch
im Felde des Locallustspieles zu machen, welches damahls eben, durch
den Tod des bekannten Localdichters Kringen st ein er, brach zu werden
drohte. H. schrieb seine: „Modethorheiten," welche ungewöhnliches Glück
machten, und in einem Zeiträume von wenigen Monathen über 100 Mahle
auf obiger Bühne aufgeführt wurden. Späterhin schrieb er noch mehrere
Locallustspiele und Parodien, denen es, trotz der etwas flüchtigen und sorg.
losen Bearbeitung, doch nie an komischen Zügen und einer glücklich gedach-
ten Pointe fehlt. Auch übersetzte er eine große Anzahl kleiner franz. Vau»
devilles und einige Melodramen, deren mehrere sowohl im Hofburgthea-
ter zu^Wien, als auch auf andern Bühnen Deutschlands beyfallige Auf-
nahme fanden, auch lieferte er in mehrere Taschenbücher und Zeitschrif-
ten einigeGedichte und humoristischeAufsätze. Die beliebtesten seinerTheater-
stücke sind: Die genannten Modethorheiten. — Der Weinhändler von Grin-
zing. —Eln Tag in Baden.—Alt ünd Neu Wien.—Die verkehrte Welt.
— Eine Parodie von Johann von Paris u. a.; von seinen Übersetzungen:
Der Gang ins Irrenhaus. — Das Häuschen in der Aue. — Kuß an
Überbringer. — Die Gastrollen von Ungefähr. — Der Bräutigam ohne
Braut lc. 1826 — 35 erschienen in Wien 4 Bände seiner Theaterstü-
cke unter dem Titel: Dramatische Beyträge; auch dramatische Kleinig-
keiten betitelt.
Herzogenburg, niederösterr. Marktflecken im V. O. W. W. mit
1,000Einw., in flacher Gegend an der Traisen, mit einem Augustiner-
Chorherrenstifte, im I. 1112 von Ulrich von Höft gestiftete Die
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie