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Hickel, Ios. — Hieronymus Graf Colloredo, Card. 577
des englischen Unterhauses, in welchem er, imter 94 nach der Natur ge,
malten Porträten, die ersten britischen Staatsmänner und Parlaments»
rcdner darstellte, es befindet sich jetzt in der taiserl. Gemäldesammluna
im Belvedere; dann Klopsto'ck's höchst ähnlich und trefflich gemaltes
Porträt in Lebensgröße, welches sich in Hamburg befindet, und meh-
rere sehr gelungene Porträts.
Hickcl, Ios., k. k. Kammermaler, und Mitglied der Akademie
der bildenden Künste in Wien und Florenz, war zu B oh misch-
Leippa 1734 geboren. SchoN in der ersten Jugend wurde er von seinem
Vater, der ebenfalls Maler an dem nähmlichen Orte war, im Zeich-
nen und andern Erfordernissen so gut gebildet, daß er schon im 12. Jah-
re seines Alters in Ohl zu malen anfing ; im 15. Jahre verfertigte
er ein Altarblatt für die Stadtkirche zu Hirschberg in Böhmen. Mit
20 Jahren kam er nach Wien, wo er die k. k. Akademie der bildenden
Künste besuchte, und sich vorzüglich auf das Fach der Porträtmalerey
verlegre. 1764 erhielt er am kcnserl. Hofe alle Hofarbeiten, und wur-
de 1768 von der Kaiserinn Mar ia Theresia auf ihre Kosten nach
Mail and, Parma und Florenz gesandt, um die Porträts der da-
selbst befindlichen hohen Personen zu liefern, welches er auch mit vie»
lem Ruhme und Beyfalle zu Stande brachte. Um diese Zeit wurde
er von der Künstlerakademie zu Flo^ enz, der er einen herrlichen Kopf
verehrte, als ordentliches Mitglied aufgenommen. Nach geendigter
Reise malte er den Kaiser Joseph I I . mehrmahls so ähnlich, daß er
sich hiedurch allgemein bekannt machte, und seiner besondern Verdienste
im Kunstfache wegen, zum k. k. Kainmermaler ernannt wurde. Auch
wählte ihn die k.k. Akademie der bildenden Künste iu Wien, für welche
er einen prachtvollen Kopf malie, durch ein Diplom zu ihrem Mitgliede.
Sein Pinsel war bey einer ungemeinen Geschwindigkeit kraftvoll und
energisch; sein Colorit lebhaft und stark; seine Bilder alle bis zur höch-
sten Täuschung treffend; und seine Porträts drücken meistens Handlun»
gen aus, die den dadurch vorgestellten Personen ganz eigen sind. Viele
von seinen Gemälden wurden i. Wien in Kupfer gestochen. H. starb
als einer der ersten Porträtmaler seiner Zelt, am 28. März 1L97 in
Wien, wo er den größten Theil seines thätigen Lebens zugebracht hatte.
Man zählte mehr als 3,000 uon ihm verfertigte Porträts.
Hieflau (Hlefelau), fteyermärk. Dorf im BruckerKreise, bemer»
kenswerth wegen seines großen 1,360^ langen Holzcechens an der Enns,
seiner vielen Köhlereyen, seines Hochofens und der vortrefflichen Mühl-
steinbrüche.
Hieronymus, (5raf Colloredo, Cardinal, Fürst-Erzbischof,
und als solcher der letzte geistliche Landesherr von Salzburg, war aucy
Legat des päpstlichen Stuhles zu R o m und Primas von Deuischland, aus
dem fürstliche» Hause Colloredo von Walsee und Mels (vergl.
Colloredo), ein in jeder Hinsicht, besonders aber um Volksbildung,
sehr verdienter Kirchenfürst, wurde geboren zu Wien deu 31. May
1732. Die Gymnasialstudien und Philosophie absolvirce er in Wien.
Seine Hliern bestimmten ihn anfangs zum Militärstande, äußerten je-
doch später den Wunsch, er möch« sich dem geistlichen Stande widmen.
ücstcrr. Nat. Encyll. Vl>. l l . 37
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie