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580 H i c y l n g r r.
Residenz, uud den Umgebungen. Die Nahe von Wien, der Garten von
Schon drun ü, H.'s freundliche Lage uivd die verschiedenen B!!lnstigung3.
orte daselbst bierhen eben so viele Lockungen zum Besuche dieses angeneh-
men Orces. Eines der vorzüglichsten'der Letzter» nicht nur in H., son-
dern im ganzen Umkreise Wiens, ja vielleicht in ganz Österreich ist das
in grof^icigem Geschmack erbaure und eben so erhaltene sogenannte D o m-
m aye r'schc Casino, mit einem Kaffehhause verbunden, dessen neuerbau-
ter großer Saal, mit Säulen eiiM der herrlichst^Archiietturwerke ist,
welches obendrein jeden Sonntag von S t ra u si'öbelebenden Tönen wieder-
tlingt und Tausende von Gasew.lockl. BedieNAng und Bcwirthung sind
coensalls derArt> daß sie nichts zu wünschen übrig lassen undgewiß wird
Niemand, dringe er auch gespannte Erwartungen mit, dieses herrliche
Local« unbefriedigt verlassen. Die hier'zur Winterszeit veranstalteten
^Reunionen und Bälle gehören edenfichs zu den glänzendsten und besuch-
teste« im Umkreise der Residenz. Noch besitzt der Orß^ehrere Fabriken,
und seu 1816 auch, em sehr niedliches, ziemlich geräumiges Schauspiel-
haus von dem berühmten Architekten K ornhäus e I gebaut, in
welchem den Sommer übet gespielt, wirb. Unter den schönen Gartenanla-
gen zeichnet sich besonders jene am sögenanten Küniglbnge, dem Gra-
fen, ron Pal f fy gehörig, dann die Villa Ma l fa t t i , auf der Meid-
linger Seite-aus. Der Garten des Freyh. von Hmg el ist besonders in
lvisseuschafclicher Hinsicht durch die vielen daselbst gepflegten exotischen
Pflanzen sehr merkwürdig. In der Nähe von H. auf dem sogenannten
glünen Bergebesindet sich der seit. einigen Jahren sehr besuchte Lustort
Tiv ol l . . . - , ",. ^ ^,
Hierzinycr, Carl Bernh. Freyh. v., t. k. wirk!. Hofrath u>:d
staatsrälhlicher Zieferent, ist geboren,'am 2. Nov. 1786 zu Czerno-
witz in der Bukowina. Seine Vorbildung für die Universttat verdankt
er seinem Vater, dem noch iin dohen Alter bey dem k.t. Hofkriegsrathe
iu Activitäibesindlichen ältesten Hofrathe und Leopold - Ordensritter, I o h.
B apt. Freyh. v.H., der sein eiiiziger Lehrer war. Seine Smdien auf
der hohen Schule zu Wien begann er-1801, nach Beendigung des phi-
losophischen Curses widmete er sich mit lebhaftem Eifer den Rechtswissen»
schafien. Zuevst für das militärische Richteramt bestimmt, begann H.
1806 beydem niederösterr. Gcneval-Commando mit der Auditoriatspra-
xis, und ward 1808 als Venvallnügs-Unierlieulcnant im zweyten Ba«
nal-Grauzregimente angestellt. Hier fand er Gelegenheit, auch die übri-
gen Ge!>eralate Croatlens kennen zu lernen. Nachdem Wiener Friede»,
durch welchen die BanalgraUze an Frankreich abgetreten ward, wurde
H. zum deutschbanatischen Gränzreguuenie übersetzt. Die Reise dadin
machte ihn mit der slavonischen Gränze genauer bekannt. Über alleGene«
ralate der, Militärgränze, das siebenb. ausgenommen, durch Selbstan-
schauung uncerrichcec, kehrte,er 1810ins hofkriegsräthliche Gränzdepane-
nicnt zurück, in welchem er 1816 stufenweise zum Hofkriegsraths-Conci-
pisten vorrückt/. Das Jahr darauf wurde H. zum Feldkrieg^-Secretär,
Referenten und Kanzleydirector, bey dem Cavlstadter Narasdiner Ge-
neral-Comniando zn Agra>u,und 182Z zum HofkriegssecretärimGränz-
Departemenl befördert. 1832 wurde er zum Hofrathe und Referenten beylü
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie