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?-'7»^nnt>, Seine reichen Erfahrung?«, Forschungen und
Materialien benutzte H. mit solchem Talent und Fleiß zur Bearbei-
tung eine^ statistischen Wevkes über die Militärqvänze, das, er im selben
ein wahres Meisterwerk lieferte, welchem des Kaisers Franz huldvollste
Anerkennung und der Beyfall des ganzen literarischen Publicums zu
Theil wurde. Es erschien zu Wien I8l7—23 in 3Thln. unser dem Titel:
Versuch einer Statistik der k. k. Militärgränzedes österreichischen Kaiser-
thums.
Hilchenbach, Carl wilh., k. k. Consistorialrath zu Wien,
und Superintendent der reformirten Gemeind«n zu Wien und Triest,
wurde zu Frankfurt am Main den 19. Apr. 1749 geboren. Die erste
Bildung erhielt er in seiner Vaterstadt, ging dann auf die hohe Schule
zu Marburg, und vollendete seine theologischen Studien in Oöttin-
gen. — Nach beendigten Studien ging H. auf Reisen, und kam 177-2
»ach Wien, wo er mit dem holländischen Gesandtschaftsprediger Mieg
Bekanntschaft machte, dessen Stelle er auch, als sich jener auf Reisen
begab, einstweilen versah. Graf Deqenberg, holländischer Gesandter,
gewann den jungen Mann lieb, und übertrug ihm, als Mieg Wien
verliest, dessen Stelle. Als1782KaiserIos«py I I . allen Glaubensbekennern
freye Religionsübung ertheilte, gründete H. die reformirte Gemeinde
zü Wien, und richtete sie ein, unternahm 1734 und 1785 eine Reise
»ach Holland, um Beyträge zum Bau eines Bethhauses zu sammeln.
Iurch pünctliche Erfüllung seiner Pflichten erwarb er sich die Liebe und
Achtung seiner Gemeinde, er leitete seine Amtsgeschäfte mit Klugheit.
Kaiser Joseph erkannte H.'s Verdienste, und ernannte ihn 1786 zum
«stcn geistlichen Rathe des in Wien neu errichteten Consistoriums für
rcsormn'te Gemeinden, und bald darauf zum Superintendenten der re-
formirten Gemeinden in Osterreich und Triest. — ^?. ließ sich nun in
dieser Eigenschaft die Errichtung eines Kirchensaales für die refo'rmirten
Gemeinden in den österr. Staaten sehr angelegen seyn, und seine Ver-
wendung bewirkte es, daß der Gesandte am Reichstage zu Negens-
burg 20,(100 Gulden zur Unterstützung armer, reformirter Landgeistli-
chen, die unter dem Consistorium in Wien stehen, vermachte. — H.
nnd Fock, Vorsteher der reformirren Gemeinden in Wien, sahen die
Nothwendigkeit einer eigenen Lehranstalt zur Bildung für die evangeli«
sche Gemeinde wohl ein, dieß war auch der Wunsch mehrerer Jugendfreunde.
E? wurde durch thätige Sorge dieser beyden Männer eine Lehranstalt ge-
gründet, und sie gedieh unter der Aufsicht jener einsichtsvollen Pädago-
gen vortrefflich, und wirkte, so viel es in ihrem beschränkten Kreise mög-
lich war, Gutes. H.'s rastlose Thätigkeit und reger Eifer für die Beför-
derung der guten Sache im Vaterlande entging der Regierung nicht, und
er wurde 1804 bey der Errichtung der Wohlthätigkeits-Hofcommission
;um Beysitzer derselben, und 1306 zum Armen-Bezirksdirector ernannt.
— Als Schriftsteller machte sich H. um Meusel's Gelehrten-Lexicon ver»
dient. Zu seinen vertrautesten Freunden zählte er Schmuzer und Fil-
ter. Er nahm an allen gelehrten Erscheinungen den lebhaftesten Antheil.
Er und Fveyh. Ios. von Red er errichteten in Wien eine Lesegesell-
schaft, in der die besten und gangbarsten aus- und inländischen Zeitschrift
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Band 2
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe E-H
- Band
- 2
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 696
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie